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Der Flughafen Mailand-Bergamo (BGY) ist mit 17,35 Millionen Passagieren (2024) der drittgrößte Airport Italiens – und Europas wichtigster Ryanair-Standort mit 22 stationierten Flugzeugen.

Offiziell nach dem Barockmaler Caravaggio benannt, verbindet der Airport rund 150 Direktziele in 39 Ländern. 2026 erhält Bergamo erstmals eine direkte Bahnanbindung an Mailand Centrale – rechtzeitig zu den Olympischen Winterspielen. Parkplätze am Aeroporto di Bergamo-Orio al Serio gibt es ab 64 € pro Woche über park-sleep-fly.de.

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Il Caravaggio: Ein Flughafen im Zeichen der Barockmalerei

Seit dem 23. März 2011 trägt der Flughafen von Bergamo offiziell den Namen „Il Caravaggio International Airport" – eine Hommage an Michelangelo Merisi, den die Kunstwelt schlicht als Caravaggio kennt.
Der Barockmaler, der 1571 in Mailand geboren wurde, wuchs in der Kleinstadt Caravaggio auf, nur gut 30 Kilometer südlich des heutigen Flughafens. Dorthin hatte seine Familie vor der Pest in Mailand Zuflucht gesucht. Später kehrte Merisi nach Mailand zurück, lernte in der Werkstatt Simone Peterzanos und begründete in Rom jene dramatische Helldunkel-Malerei, die als Chiaroscuro die gesamte europäische Kunst des 17. Jahrhunderts prägen sollte. Werke wie die „Berufung des Matthäus" (1599/1600) in der römischen San Luigi dei Francesi oder „Judith enthauptet Holofernes" gehören zum Kanon der Kunstgeschichte.

Vor der Umbenennung trug der Airport den schlichten Verwaltungsnamen „Orio al Serio International Airport" – abgeleitet von der Gemeinde, auf deren Gebiet er liegt. Dass die italienische Luftfahrtbehörde ENAC dem Antrag der Betreibergesellschaft SACBO stattgab, den Flughafen einem Maler statt einem Flieger zu widmen, war keineswegs selbstverständlich: Die meisten europäischen Airports sind nach Politikern, Piloten oder Erfindern benannt. In Bergamo entschied man sich bewusst für einen kulturellen Bezug zur Provinz – und damit für einen Namensgeber, der weltweit als einer der einflussreichsten Künstler überhaupt gilt.

Vom Militärflugplatz zum drittgrößten Airport Italiens

Die Ursprünge des heutigen Flughafens reichen ins Jahr 1937 zurück, als die italienische Luftwaffe nahe dem Fluss Serio einen Militärflugplatz errichtete. Während des Zweiten Weltkriegs übernahm die deutsche Wehrmacht den Standort im September 1943 und nutzte ihn gemeinsam mit der Aeronautica Nazionale Repubblicana bis Kriegsende. Weitere Militärflugplätze bestanden in jenen Jahren bei Ponte San Pietro, Seriate und Zanica.

In den 1950er und 1960er Jahren forderten lokale Unternehmer und Politiker eine zivile Mitnutzung, scheiterten jedoch am Widerstand der Stadt Mailand und der Betreiber von Linate und Malpensa, die ihren Wettbewerbsvorteil nicht teilen wollten. Erst am 16. Juli 1970 wurde die Società per l'Aeroporto Civile di Bergamo – Orio al Serio (SACBO) gegründet. Am 21. März 1972 startete der erste Zivilflug nach Rom-Ciampino, durchgeführt von der Airline Itavia.

Der zivile Flugbetrieb entwickelte sich zunächst schleppend, obwohl der Flughafen zentral in der Poebene liegt und in seinem direkten Einzugsbereich rund fünf Millionen Menschen leben. Ende der 1980er Jahre erwarb SEA, Betreiber der beiden Mailänder Flughäfen Linate und Malpensa, eine Beteiligung an SACBO – allerdings ohne Mehrheit, womit das Projekt einer gemeinsamen Steuerung aller drei Airports scheiterte.

Der eigentliche Wendepunkt kam im Sommer 2002: Als die Start- und Landebahn von Linate saniert werden musste und der Flughafen vorübergehend schloss, wurde ein Teil des Flugbetriebs nach Bergamo verlegt. Genau in dieser Phase etablierte Ryanair seinen ersten kontinentaleuropäischen Stützpunkt in Orio al Serio – eine Entscheidung, die den Flughafen grundlegend transformierte. 1999 hatte Bergamo erstmals die Eine-Million-Marke überschritten; 2005 waren es bereits 4,3 Millionen, 2015 über 10 Millionen. 2024 zählte der Airport 17.353.573 Passagiere und liegt damit auf Rang drei hinter Rom-Fiumicino (49,2 Millionen) und Mailand-Malpensa (28,9 Millionen).

Ryanair-Festung mit 22 Flugzeugen: Das Airline-Profil

Mailand-Bergamo ist einer der vier größten Ryanair-Stützpunkte weltweit – auf Augenhöhe mit Dublin, London Stansted und Brüssel-Charleroi. Im Winter 2025/26 sind 22 Boeing 737 MAX und 737-800 in Bergamo stationiert, ein Investitionsvolumen von über zwei Milliarden US-Dollar. Die irische Billigairline bedient von BGY aus rund 80 Routen und hat seit Aufnahme des Betriebs 2002 kumuliert mehr als 140 Millionen Passagiere ab Bergamo befördert. Im Sommer 2024 bot Ryanair mit rund 1.800 wöchentlichen Flügen das größte je dagewesene Sommerflugprogramm am Airport an.

Neben Ryanair fliegen rund 25 weitere Airlines ab Bergamo, darunter Wizz Air (Malta), Volotea, Neos, AeroItalia, Pegasus, Norwegian, Eurowings, Air Arabia, Air Arabia Maroc, flydubai, Georgian Airways, Dan Air, HiSky, Cabo Verde Airlines, Lumiwings, Air Cairo und Nile Air. Trotz dieser Vielfalt bleibt das Profil eindeutig: Bergamo ist ein Low-Cost-Hub, kein Drehkreuz für Netzwerk-Carrier. Full-Service-Airlines sind die Ausnahme, Flugangebote aus dem deutschsprachigen Raum steuern Berlin, Köln/Bonn, Weeze, Frankfurt-Hahn und seit Januar 2025 auch Nürnberg an – durchweg mit Ryanair. Eurowings ergänzt saisonal Düsseldorf.

150 Direktziele in 39 Ländern: Das Streckennetz

Mit rund 150 Direktzielen in 39 Ländern bietet Bergamo eines der dichtesten Point-to-Point-Netze unter Europas Sekundärflughäfen. Im Januar 2026 verzeichnete FlightConnections 151 Routen ab BGY. Die meistgeflogene Strecke ist Tirana in Albanien mit durchschnittlich 31 Abflügen pro Woche, gefolgt von London Stansted und Barcelona. Inneritalienisch führen Catania und Brindisi die Rangliste an.

Europa bildet das Rückgrat: Spanien (Barcelona, Madrid, Palma, Alicante, Málaga, Valencia, Sevilla, Ibiza), Großbritannien (London Stansted, Manchester, Birmingham, Bristol, Edinburgh, Liverpool, East Midlands, Newcastle), Frankreich (Paris-Beauvais, Marseille, Toulouse, Biarritz, Nantes), Portugal (Lissabon, Porto, Faro), Griechenland (Athen, Thessaloniki, Kreta, Korfu, Kos, Rhodos, Santorin, Kefalonia, Mykonos, Zakynthos und weitere – insgesamt 15 griechische Ziele), Kroatien (Split, Dubrovnik, Zadar), Irland (Dublin, Shannon, Cork), Skandinavien (Kopenhagen, Stockholm, Oslo, Göteborg, Rovaniemi), das Baltikum (Vilnius, Riga, Tallinn, Kaunas), Polen (Warschau, Krakau, Danzig, Kattowitz, Breslau, Posen, Lodz, Lublin) und Rumänien (Bukarest, Cluj-Napoca, Timișoara, Iași, Bacău, Craiova und weitere – 11 rumänische Ziele).

Türkei und Naher Osten: Pegasus fliegt Istanbul-Sabiha Gökçen, AJet verbindet Istanbul-Atatürk. Ryanair bedient Amman (Jordanien). flydubai fliegt Dubai, Air Arabia Dubai-Sharjah – die mit 4.638 km längste Nonstop-Route ab BGY (ca. 6 Stunden Flugzeit).

Nordafrika: Air Arabia Maroc verbindet Casablanca, Nador und Oujda. Air Cairo fliegt Hurghada und Sharm el-Sheikh. Nile Air bedient Kairo.

Sonstiges: Georgian Airways bietet Tiflis an, Cabo Verde Airlines fliegt auf die Kapverdischen Inseln, HiSky verbindet Chișinău.

Inlandsflüge: 18 Inlandsstrecken führen nach Süditalien und auf die Inseln – Catania, Palermo, Bari, Brindisi, Neapel, Cagliari, Olbia, Lamezia Terme, Trapani, Salerno, Lampedusa, Pantelleria, Pescara und Rimini.

Terminal-Expansion 2024/2025: Millioneninvestition für das Wachstum

Der Flughafen verfügt über ein einziges Passagierterminal, das in zwei Bereiche gegliedert ist: Zone A (Gates A1–A15) und Zone B (Gates B1–B5). Lediglich die Gates A13 und B5 verfügen über Fluggastbrücken; alle übrigen werden per Bus-Boarding angesteuert. Zwei Start- und Landebahnen stehen zur Verfügung: die Hauptpiste 10/28 mit 2.874 Metern Länge und die kürzere Piste 12/30 mit 778 Metern für die Allgemeine Luftfahrt.

SACBO hat seit 2020 rund 300 Millionen Euro in die Flughafeninfrastruktur investiert. Die jüngste Terminalerweiterung, eröffnet Ende 2025, umfasst drei Bauphasen: Im Erdgeschoss wurde die Check-in-Halle um 4.300 m² erweitert – mit 30 neuen Self-Check-in-Stationen, insgesamt nun 64 Schalter. Die Kapazität des Gepäcksortierungssystems wurde verdoppelt. Im Obergeschoss entstand eine neue 7.500 m² große Sicherheitskontrolle mit 14 Durchleuchtungslinien der neuesten Generation, die Passagieren erlauben, Laptops und Flüssigkeiten (bis 2 Liter pro Behälter) im Handgepäck zu belassen. Ein KI-gestütztes System überwacht die Passagierströme in Echtzeit.

Darüber hinaus wurde der Duty-free-Bereich, betrieben von Avolta, erheblich vergrößert. Zwei neue Non-Schengen-Gates werden bis Anfang 2026 eröffnet. Das Gesamtinvestitionsvolumen für die Terminalerweiterung beträgt 55 Millionen Euro, davon 14 Millionen für die Sicherheitstechnologie.

Im Norden des Flughafengeländes entstand zudem die neue Taxiway W, die eine Kapazitätssteigerung von 35 % ermöglicht und vor allem dem Fracht-, Logistik- und Wartungsbetrieb dient.

Bahnhof 2026: Direktverbindung nach Mailand Centrale

Seit Jahrzehnten ist der Flughafen Bergamo nur per Bus, Taxi oder Auto erreichbar – der nächste Bahnhof ist der Bergamo-Hauptbahnhof, 5,6 Kilometer entfernt. Das ändert sich grundlegend: Eine 5,3 Kilometer lange Neubaustrecke verbindet den Bahnhof Bergamo mit einem eigenen Flughafenbahnhof, der über einen unterirdischen Fußgängertunnel direkt mit der Ankunftshalle verbunden wird.

Das Projekt wird von Rete Ferroviaria Italiana (RFI) geführt, teilfinanziert aus dem italienischen Recovery- und Resilienzplan (PNRR) mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 200 Millionen Euro. Der neue Bahnhof erhält vier Gleise mit 250 Meter langen Bahnsteigen. Geplant sind bis zu 80 tägliche Verbindungen ab Mailand, darunter zwei Züge pro Stunde ab Milano Centrale und eine Direktverbindung ab Lambrate. Weitere Züge starten in Carnate, Monza, Greco Pirelli und Porta Garibaldi. Die Fahrzeit ab Bergamo beträgt rund 10 Minuten, ab Milano Centrale etwa 60 Minuten.

Die Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant – im Umfeld der Olympischen Winterspiele Mailand–Cortina d'Ampezzo 2026. Die Bahnanbindung wird den Flughafen Bergamo erstmals in das nationale Schienennetz und damit in das Mailänder Metropolsystem integrieren – vergleichbar dem Heathrow Express in London oder dem RER-Anschluss an Paris-CDG.

Anreise heute: Bus, Auto und Shuttles

Bis zur Eröffnung des Bahnhofs bleibt der Bus das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel. Zwischen Flughafen und Mailand Centrale (Piazza Luigi di Savoia) verkehren die Shuttles von Autostradale, Terravision, Orioshuttle und Flibco – jeweils im 20- bis 30-Minuten-Takt, mit einer Fahrzeit von rund 60 Minuten und Preisen ab etwa 7 Euro pro Strecke (online günstiger). Die ATB-Buslinie Airport Bus 1 verbindet den Flughafen alle 10 Minuten mit dem Bahnhof Bergamo und der Innenstadt (ca. 15 Minuten).

Mit dem Auto liegt der Flughafen direkt an der Autobahn A4 (Turin–Mailand–Venedig), der wichtigsten Ost-West-Achse Norditaliens. Von Mailand ist es über die Ausfahrt Bergamo rund 45 Minuten, von Brescia über die Ausfahrt Seriate etwa 30 Minuten.

Weitere Busverbindungen bestehen nach Bologna, Brescia, Verona, Turin, Monza, Parma, zur Messe Mailand (Fiera Milano) und zum Flughafen Malpensa.

Parken am Flughafen Bergamo: P1, P2, P3 und Alternativen

Das offizielle Parkplatzangebot des Flughafens gliedert sich in drei Zonen:

P1 Sosta Breve (Kurzzeitparkplatz): Direkt am Terminal gelegen, ideal zum Abholen und Bringen. Die ersten 60 Minuten sind kostenlos, danach ab 2 € pro Stunde. Im Sommer 2024 wurde der P1 Ost als zusätzliche Kiss & Fly-Zone eröffnet. Für Langzeitparker ungeeignet bzw. teuer – Tagesrate ca. 30 €.

P2 Terminal (Mittelfristparken): Rund 100 Meter vom Terminal entfernt, aufgeteilt in überdachte Bereiche (P2A und P2B Terminal Coperto) und einen Freiluftbereich (P2 Terminal Scoperto). Die überdachten Plätze kosten ab etwa 25–32 €/Tag, der offene Bereich ab ca. 9 €/Tag für die ersten vier Tage, danach 7,50 €/Tag.

P3 Smart (Langzeitparkplatz): Rund 800 Meter bis 1 Kilometer vom Terminal entfernt, erreichbar über einen kostenlosen 24-Stunden-Shuttlebus (alle 20 Minuten). Verfügbar als überdachte und als Freiluft-Variante. Preise ab rund 4,50 €/Tag (Freiluft) bzw. 7 €/Tag (überdacht). Der P3 ist seit Dezember 2014 in Betrieb und bietet 1.500 Stellplätze. Auf dem Dach wurde eine Solaranlage installiert, die grünen Strom für den Flughafenbetrieb erzeugt.

Private Anbieter mit Shuttle: Zahlreiche Privatparkplätze in Flughafennähe des BGY bieten deutlich günstigere Tarife – ab rund 4 €/Tag. Shuttlebusse bringen Reisende in wenigen Minuten zum Terminal. Anbieter wie Park Gold Orio al Serio, JetPark und Parking Orio sind etablierte Alternativen.

Über park-sleep-fly.de: Parkplätze am Flughafen Bergamo sind ab 64 € für 7 Tage buchbar, inklusive kostenfreier Stornierung und Umbuchung bis zum Anreisetag.

SACBO: Betrieb, Eigentümer und 217 Millionen Umsatz

Der Flughafen wird betrieben von SACBO S.p.A. (Società per l'Aeroporto Civile di Bergamo – Orio al Serio), gegründet am 16. Juli 1970 in der Handelskammer Bergamo. Im Unterschied zu Malpensa und Linate, die von der städtischen SEA-Gruppe gemanagt werden, ist SACBO eine eigenständige Gesellschaft mit gemischter Eigentümerstruktur.

Die wichtigsten Anteilseigner (Stand 2025): SEA Milan Airports hält rund 31 % – eine Minderheitsbeteiligung, die strategische Koordination zwischen den drei Mailänder Airports sicherstellen soll, ohne Bergamo die Eigenständigkeit zu nehmen. Weitere Anteile halten die Stadt Bergamo (13,84 %), die Handelskammer Bergamo (13,25 %), die Provinz Bergamo (13,2 %), die UBI Banca/Intesa Sanpaolo (17,9 %), Banco Popolare (6,96 %), Italcementi (3,27 %) und Confindustria Bergamo (0,59 %). Das Bodenabfertigungsunternehmen BIS (BGY International Services) ist eine 100-%-Tochter von SACBO.

2023 erzielte die SACBO-Gruppe Einnahmen von über 217 Millionen Euro – aus Flughafengebühren, Einzelhandelskonzessionen, Parkhauserlösen und Mietwagen. Präsident des Verwaltungsrats ist Giovanni Sanga, Generaldirektorin seit 1. Mai 2024 ist Amelia Corti (Nachfolgerin von Emilio Bellingardi).

Net Zero Roadmap: ACA Level 4 und Kurs auf 2045

Im September 2025 erhielt der Flughafen Bergamo die ACA-Level-4-Zertifizierung (Airport Carbon Accreditation) von ACI Europe – einer der höchsten international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards für Flughäfen. Level 4 bescheinigt nicht nur die kontinuierliche Reduktion des CO₂-Fußabdrucks, sondern auch die aktive Einbindung aller Flughafenpartner – Airlines, Bodendienstleister, Zulieferer und lokale Behörden – in den Dekarbonisierungsprozess.

Die im Mai 2024 vorgestellte „Net Zero Roadmap" sieht vor, bis 2045 Netto-Null-Emissionen im Direktbetrieb zu erreichen, mit einem Zwischenziel von minus 50 % absoluter CO₂-Reduktion bis 2030. Konkrete Maßnahmen umfassen die vollständige Elektrifizierung der Bodenfahrzeugflotte (Ground Support Equipment), den Einsatz von Biokraftstoffen als Übergangslösung, die Umstellung der Heizung auf Wärmepumpen und Brennstoffzellen sowie den Bezug von 100 % grünem Strom. Eine Solaranlage auf dem Dach des P3-Parkhauses erzeugt bereits grünen Strom für den Flughafenbetrieb.

Der vorherige Aufstieg auf Level 3 war 2020 erfolgt – mitten in der Pandemie, was SACBOs Kontinuität in der Nachhaltigkeitsstrategie unterstreicht. Der Flughafen nimmt zudem am LIFE-Biodiversitätsprojekt der Lombardei teil und wurde als erster europäischer Airport „Bike Friendly" zertifiziert.

Mailands Flughafensystem: Drei Airports, 57 Millionen Passagiere

Bergamo ist Teil des Mailänder Flughafensystems, das mit Malpensa, Linate und Bergamo 2024 insgesamt 56,9 Millionen Passagiere abfertigte – mehr als die beiden Römer Airports (Fiumicino und Ciampino) zusammen. Die drei Airports ergänzen sich funktional: Malpensa (28,9 Mio.) dient als Langstrecken- und Interkontinentalgateway mit zwei Terminals und zwei Parallelstartbahnen. Linate (10,6 Mio.) ist der innerstädtische Business-Airport, seit Oktober 2024 per neuer Metro-Linie M4 in nur 12 Minuten mit der Innenstadt (San Babila) verbunden, allerdings durch das „Bersani-Dekret" in Kapazität und Strecken begrenzt. Bergamo (17,4 Mio.) ist der Low-Cost-Spezialist mit der stärksten Wachstumsdynamik der drei.

Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum, die nach Norditalien, an die oberitalienischen Seen, zu den lombardischen Städten oder in die Alpen wollen, bietet das Dreieck dieser Airports maximale Flexibilität – und Bergamo meist die günstigsten Tarife.

Bergamo: UNESCO-Weltkulturerbe vor der Flughafentür

Nur fünf Kilometer vom Terminal entfernt liegt die Città Alta von Bergamo – eine der schönsten mittelalterlichen Stadtkronen Italiens, eingeschlossen von den venezianischen Stadtmauern, die seit 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Die 1561 von der Republik Venedig errichteten Befestigungen erstrecken sich über sechs Kilometer, erreichen Höhen von bis zu 50 Metern und bestehen aus 14 Bastionen, 2 Plattformen, 100 Geschützscharten, 4 monumentalen Stadttoren und einem unterirdischen Tunnelsystem. Dass für ihren Bau mehr als 250 Gebäude abgerissen wurden, darunter acht Kirchen und die alte Alexander-Kathedrale, bezeugen acht (!) päpstliche Exkommunikationen während der Bauzeit.

Innerhalb der Mauern öffnet sich eine Welt aus Kopfsteinpflaster, der Piazza Vecchia mit Contarini-Brunnen, der Basilica di Santa Maria Maggiore, der Cappella Colleoni und dem Campanone – dem Stadtturm, der noch heute um 22 Uhr mit 100 Glockenschlägen daran erinnert, dass einst die vier Stadttore geschlossen wurden. Bergamo ist zudem Geburtsstadt des Opernkomponisten Gaetano Donizetti – und Heimat der Stracciatella-Eiscreme, die in der Gelateria La Marianna in der Oberstadt erfunden wurde.

Direkt gegenüber dem Flughafenterminal – durch einen Fußgängertunnel unter der A4 erreichbar – liegt das Oriocenter, eines der größten Einkaufszentren Italiens.

Für wen ist Bergamo der richtige Flughafen?

Der Flughafen Bergamo eignet sich besonders für Reisende, die günstige Flüge mit Low-Cost-Carriern suchen – das Ryanair-Netz ab BGY ist das dichteste in Italien. Wer Norditalien bereisen möchte (Mailand, Bergamo, Comer See, Gardasee, Lombardei), erreicht die Region per Bus oder ab 2026 per Bahn schnell und preiswert. Für Skiurlauber in Richtung Alpen bietet Bergamo eine Alternative zu Mailand-Malpensa. Geschäftsreisende zur Messe Mailand nutzen die Busverbindung zum Messegelände Fiera Milano. Und Kulturreisende stehen mit der UNESCO-Altstadt von Bergamo unmittelbar vor einem der bestgehüteten Geheimnisse Italiens.

Allerdings: Bergamo ist kein Hub-Airport. Umsteigeverbindungen existieren nicht, Langstrecke beschränkt sich auf Dubai und Sharjah. Wer interkontinentale Flüge benötigt, nutzt besser Mailand-Malpensa. Und die fehlende Bahnanbindung – bis 2026 – macht den Transfer nach Mailand weniger komfortabel als bei Linate (Metro) oder Malpensa (Malpensa Express).