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Lufthansa Cargo hebt ab: 199 Millionen Euro EBIT, neues Frachtzentrum in Frankfurt

Veröffentlicht am: Ralf Zmölnig CEO u. CvD Park-Sleep-Fly
Wenn Präzision, Verantwortung und technologische Innovation aufeinander treffen, dann ist Lufthansa Cargo nicht weit.
Wenn Präzision, Verantwortung und technologische Innovation aufeinander treffen, dann ist Lufthansa Cargo nicht weit.

Das Wichtigste auf einen Blick

Lufthansa Cargo legt im ersten Halbjahr ein starkes Zahlenwerk vor: Der Umsatz klettert um 16 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro, der Adjusted EBIT springt um 47 Prozent auf 199 Millionen Euro, die Marge erreicht 10,4 Prozent. Die verfügbare Frachtkapazität wächst auf 7,21 Milliarden Frachttonnenkilometer (+5 Prozent), getragen unter anderem von neu vermarkteten Belly-Kapazitäten aus den ITA-Airways-Passagierjets. Am Frankfurter Frachthub (FRA) ging Ende Juni die erste Bauphase ALPHA des hochautomatisierten Frachtzentrums LCCevo in Betrieb, das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 600 Millionen Euro. Parallel bündelt die neu gegründete GlobeCross GmbH digitale Zoll- und eCommerce-Services. Strategisches Ziel bleibt der Platz unter den weltweit drei führenden Luftfrachtgesellschaften bis 2030. ✈

Starkes erstes Halbjahr: Umsatz, EBIT und Marge deutlich gesteigert

Wer sich fragt, wie robust der europäische Luftfrachtmarkt gerade wirklich ist, bekommt von Lufthansa Cargo eine deutliche Antwort. Die Frankfurter Frachttochter der Lufthansa Group hat ihr erstes Halbjahr mit spürbar Rückenwind abgeschlossen: Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro, nach 1,65 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Adjusted EBIT, also das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern bereinigt um Sondereffekte, legte sogar um 47 Prozent auf 199 Millionen Euro zu. Zum Vergleich: Vor einem Jahr standen an gleicher Stelle 135 Millionen Euro.

Damit knackt die Frachtgesellschaft eine psychologisch wichtige Marke. Die Adjusted EBIT-Marge kletterte um 2,2 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent, im Vorjahr waren es noch 8,2 Prozent. Zweistellige Margen sind im volatilen Luftfrachtgeschäft kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis eines Zusammenspiels aus solider Nachfrage, straffem Kostenmanagement und wachsendem Angebot.

KennzahlErstes Halbjahr aktuellErstes Halbjahr VorjahrVeränderung
Umsatz1,92 Mrd. Euro1,65 Mrd. Euro+16 %
Adjusted EBIT199 Mio. Euro135 Mio. Euro+47 %
Adjusted EBIT-Marge10,4 %8,2 %+2,2 Prozentpunkte
Verfügbare Kapazität (FTK)7,21 Mrd. FTKca. 6,87 Mrd. FTK (Basiswert)+5 %
Absatz (FTK)4,6 Mrd. FTKca. 4,38 Mrd. FTK (Basiswert)+5 %
Durchschnittliche Auslastung63,8 %ca. 63,6 %+0,2 Prozentpunkte
Lufthansa Cargo: Halbjahresergebnisse im Vergleich

Operativ macht sich das doppelte Kapazitätsplus bemerkbar: Angebot und Absatz stiegen jeweils um 5 Prozent. Insgesamt bot Lufthansa Cargo 7,21 Milliarden Frachttonnenkilometer an und setzte davon 4,6 Milliarden Frachttonnenkilometer tatsächlich ab. Die durchschnittliche Auslastung verbesserte sich leicht auf 63,8 Prozent, ein Plus von 0,2 Prozentpunkten. Das ist kein spektakulärer Sprung, aber ein wichtiges Signal: Mehr Kapazität wird auch tatsächlich gefüllt.

Woher kommt dieses Wachstum? Zwei Treiber sind besonders sichtbar. Zum einen die anhaltend starke Nachfrage aus dem Asien-Geschäft, in dem Lufthansa Cargo traditionell stark aufgestellt ist. Zum anderen die neu vermarkteten Belly-Kapazitäten, also der Frachtraum in den Bäuchen von Passagiermaschinen. Insbesondere die Frachträume der italienischen ITA Airways fließen inzwischen in das Netzwerk mit ein und heben das Gesamtangebot spürbar an. Zur Einordnung: Im Gesamtjahr 2025 hatte Lufthansa Cargo einen Umsatz von 3,40 Milliarden Euro und eine Transportleistung von 9,10 Milliarden Frachttonnenkilometern ausgewiesen, das aktuelle Halbjahr liegt bereits deutlich über einem einfachen Zwölftel-Rhythmus.

LCCevo: Europas modernstes Frachtzentrum geht in Frankfurt in Betrieb

Historische Altstadt am Frankfurter Römerplatz mit Fachwerkhäusern
Belebter Römerberg mit Fachwerkhäusern und Nikolaikirche in Frankfurt

Zahlen erklären das Halbjahr. Die Zukunft dagegen entsteht ein paar Kilometer vom Frankfurter Terminal entfernt, auf dem Frachtgelände am Flughafen (FRA). Dort hat Lufthansa Cargo Ende Juni die erste und zugleich wichtigste Bauphase des Infrastrukturprojekts LCCevo planmäßig in Betrieb genommen. Die Bauphase ALPHA ist der Auftakt zu einem der größten Investitionsprogramme in der Geschichte der Frachtgesellschaft.

Das Gesamtvolumen: rund 600 Millionen Euro. Damit wird das bestehende Lufthansa Cargo Center in Frankfurt schrittweise zum, so das erklärte Ziel, modernsten Luftfracht-Hub Europas ausgebaut. Vollausbau bis 2030. Die Standortwahl hat Substanz: Frankfurt ist Heimatbasis, größter Frachthub im Netzwerk und seit Jahrzehnten ein zentraler Umschlagplatz für interkontinentale Fracht. Wenn hier automatisiert wird, wirkt das auf das gesamte Netz. Wer am Flughafen Frankfurt selbst einen Parkplatz sucht, findet eine Übersicht unter Parken am Flughafen.

  • Hochautomatisierte Materialfluss- und Fördersysteme für schnellere Umschlagszeiten
  • Vollautomatisiertes Hochregallager für maximale Flächeneffizienz
  • Spezialisierte Lagerkapazitäten für temperatursensible Fracht wie Pharmazeutika und Lebensmittel
  • Gesamtinvestition: rund 600 Millionen Euro
  • Zeitplan: Vollausbau zum modernsten Luftfracht-Hub Europas bis 2030

Praktisch übersetzt heißt das: kürzere Standzeiten für Sendungen, deutlich höhere Umschlagkapazität, weniger manuelle Zwischenschritte und eine belastbare Kühlkette für Pharma- und Lebensmittelfracht. Für Verlader und Spediteure dürfte sich das mittelfristig in stabileren Transitzeiten und einer verlässlicheren Temperaturführung bemerkbar machen. Für den Wettbewerb im internationalen Frachtgeschäft ist LCCevo ein struktureller Vorteil, den ein Mitbewerber nicht mal eben aus dem Boden stampft. Und ganz nebenbei zahlt das Projekt auch auf die Position Frankfurts als europäische Luftfracht-Drehscheibe insgesamt ein.

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GlobeCross: Neue Gesellschaft für eCommerce-Logistik und Zolldienstleistungen

Wer heute grenzüberschreitend online bestellt, denkt selten an Frachtluft und Zolltarifnummern. Genau dort, zwischen Klick und Klingeln an der Haustür, hat Lufthansa Cargo im zweiten Quartal seine Aktivitäten neu sortiert. Die bisherigen Gesellschaften heyworld GmbH und CB Customs Broker GmbH sind zur neuen GlobeCross GmbH zusammengeführt worden. Aus zwei spezialisierten Einheiten wird eine Marke, die eCommerce-Logistik und Zollkompetenz unter einem Dach bündelt. 🛍

Das Leistungsportfolio ist bewusst breit angelegt. Kunden bekommen digitale Zollservices, eCommerce-Importterminals an zentralen Luftfracht-Hubs und vollständig integrierte End-to-End-Lösungen. Das bedeutet: Transport, Zollabwicklung und Zustellung greifen als eine Kette ineinander, statt in drei Silos zu leben. Für den grenzüberschreitenden Warenverkehr ist das die entscheidende Vereinfachung, gerade wenn kleine Sendungen mit vielen Zollpositionen im Spiel sind.

Strategisch ist der Schritt bemerkenswert. Lufthansa Cargo geht damit klar über das klassische Airport-to-Airport-Geschäft hinaus, also über die reine Fracht von Rollfeld zu Rollfeld. Mit GlobeCross ist auch die letzte Meile denkbar, samt digitaler Zollklärung. Das grenzüberschreitende eCommerce-Volumen wächst seit Jahren zweistellig; Carrier, die Zoll und Zustellung sauber integrieren, dürften strukturelle Vorteile gegenüber reinen Frachtdienstleistern aufbauen. Als Grundlage dient das bestehende Netz mit rund 350 Destinationen in über 100 Ländern, ein Startvorteil, den kaum ein Newcomer replizieren kann.

BOLD MOVES: Strategie auf Kurs, aber volatile Märkte bleiben Herausforderung

Hinter den drei Meilensteinen Halbjahresergebnis, LCCevo und GlobeCross steht ein gemeinsamer Rahmen: die Wachstumsstrategie BOLD MOVES. Seit Ende 2023 wird sie schrittweise umgesetzt, mit einem klar messbaren Ziel. Lufthansa Cargo will bis 2030 wieder zu den drei führenden Luftfrachtgesellschaften der Welt gehören, gemessen an den transportierten Frachttonnenkilometern. Das ist keine PR-Formel, sondern eine harte Vergleichsgröße im Branchen-Ranking.

Gregor Schleussner, CFO und CHRO von Lufthansa Cargo, ordnet das Halbjahr entsprechend nüchtern ein. Neben einer anhaltend starken Marktnachfrage und einer soliden Geschäftsentwicklung in Asien habe die konsequente Umsetzung von BOLD MOVES die Ergebnisse maßgeblich geprägt. Gleichzeitig warnt er vor bequemer Ruhe: Der globale Luftfrachtmarkt bleibe geprägt von Volatilität, geopolitischen Unsicherheiten, steigenden Kosten, sich permanent verändernden Kundenanforderungen, dynamischen Märkten und zunehmendem Wettbewerbsdruck. Sein sinngemäßer Kern: Wer dauerhaft erfolgreich sein wolle, müsse schneller, effizienter und anpassungsfähiger sein als der Wettbewerb.

Was heißt das für die Perspektive bis 2030? Die Luftfrachtbranche ist historisch zyklisch, Kapazitätsengpässe und Nachfragebooms wechseln sich ab. Carrier, die in solchen Phasen konsequent in Infrastruktur und Digitalisierung investieren, sichern sich mittelfristig Marktanteile. Genau in dieses Muster passen LCCevo als physisches Rückgrat und GlobeCross als digitaler Wachstumshebel. Läuft BOLD MOVES weiter planmäßig, dürfte Lufthansa Cargo insbesondere auf den Asien-Europa-Verbindungen und im eCommerce-Segment spürbar Marktanteile beanspruchen können. Als Teil der Lufthansa Group, dem größten Airline-Konzern in Europa, hat das Unternehmen dafür einen belastbaren Konzern-Hintergrund. Weitere Entwicklungen rund um Airlines und Flugverkehr gibt es in der Kategorie Allg. News zu Airlines, Flugverkehr und mehr.

Netzwerk und Flotte: Die operative Basis hinter den Zahlen

Damit die Milliarden im Halbjahresbericht Sinn ergeben, lohnt ein Blick auf das Fundament, das sie trägt. Lufthansa Cargo betreibt fünf Frachthubs in Europa: Frankfurt (FRA) als Haupt- und Ankerstandort, München (MUC), Brüssel (BRU), Wien (VIE) und Rom (FCO). Von dort werden rund 350 Destinationen in über 100 Ländern angeflogen, jeden Tag werden im Schnitt rund 2.500 Tonnen Fracht bewegt. Wer selbst einen Flug ab einem dieser Hubs plant und übernachten möchte, findet eine Auswahl unter Hotel mit Parken am Flughafen.

Hub-StadtIATA-CodeRolle im Netzwerk
FrankfurtFRAHaupthub, Standort LCCevo, größter Frachthub
MünchenMUCSekundärhub in Deutschland
BrüsselBRUHub für Brussels Airlines Belly-Kapazitäten
WienVIEHub für Austrian Airlines Belly-Kapazitäten
RomFCOHub für ITA Airways Belly-Kapazitäten
Lufthansa Cargo: Frachthubs im Überblick

Auf der Luftseite stehen zwei Standbeine: die eigene Frachterflotte und die Belly-Kapazitäten aus dem Konzernverbund. Die eigene Flotte umfasst 18 Boeing 777F und vier Airbus A321F. Zusätzlich vermarktet Lufthansa Cargo die Frachträume der Passagierflugzeuge von Lufthansa Airlines, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines, ITA Airways, Lufthansa City Airlines und SunExpress. Sieben Airlines, ein Netzwerk. Dazu kommt eine Zutat, die viele unterschätzen: rund 300 LKW sind jeden Tag unter einer Lufthansa Cargo-Flugnummer im Straßenverkehr unterwegs, quasi als rollende Zubringer zum Luftnetz. Getragen wird der Betrieb von rund 4.300 Mitarbeitenden weltweit.

Lufthansa Cargo auf Wachstumskurs, mit klarem Zielhorizont

Das erste Halbjahr macht sichtbar, dass Lufthansa Cargo finanziell und strukturell an Fahrt aufgenommen hat. Ein Rekordwert beim Adjusted EBIT, die feierliche Inbetriebnahme der ersten Bauphase von LCCevo am Frankfurter Hub (FRA) und die Gründung von GlobeCross sind innerhalb weniger Monate drei wesentliche Bausteine der BOLD MOVES-Strategie. Der volatile Luftfrachtmarkt mit geopolitischen Unsicherheiten, steigenden Kosten und wachsendem Wettbewerbsdruck bleibt eine ernsthafte Variable. Ob das Tempo bis 2030 gehalten werden kann, hängt vor allem davon ab, wie schnell LCCevo die versprochenen Effizienzgewinne liefert und wie kräftig sich das eCommerce-Segment unter der Marke GlobeCross entwickelt. Die Richtung stimmt jedenfalls.

Häufige Fragen zu Lufthansa Cargo und dem Halbjahresergebnis

Was ist der Adjusted EBIT und warum ist er die zentrale Ergebniskennzahl?

Der Adjusted EBIT (Earnings Before Interest and Taxes, bereinigt um Sondereffekte wie Restrukturierungskosten oder einmalige Buchungseffekte) zeigt, wie profitabel das operative Kerngeschäft läuft, unabhängig von einmaligen Ereignissen. Lufthansa Cargo weist diesen Wert mit 199 Millionen Euro für das erste Halbjahr aus, ein Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Was sind Frachttonnenkilometer (FTK) und was sagen sie aus?

Frachttonnenkilometer sind das Standardmaß für Transportleistung in der Luftfrachtbranche. Sie ergeben sich aus dem Gewicht der transportierten Fracht in Tonnen multipliziert mit der zurückgelegten Distanz in Kilometern. Lufthansa Cargo bot im ersten Halbjahr 7,21 Milliarden FTK an und setzte davon 4,6 Milliarden FTK ab.

Was steckt hinter dem Infrastrukturprojekt LCCevo am Frankfurter Flughafen (FRA)?

LCCevo ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte von Lufthansa Cargo. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 600 Millionen Euro wird das Lufthansa Cargo Center in Frankfurt (FRA) schrittweise zum modernsten Luftfracht-Hub Europas ausgebaut. Ende Juni ging die erste Bauphase ALPHA in Betrieb, mit hochautomatisierten Förder- und Lagersystemen sowie spezialisierten Kapazitäten für temperatursensible Fracht.

Was ist GlobeCross und was unterscheidet die neue Gesellschaft vom klassischen Frachtgeschäft?

GlobeCross GmbH wurde im zweiten Quartal durch Zusammenführung der bisherigen Gesellschaften heyworld GmbH und CB Customs Broker GmbH gegründet. Im Unterschied zum klassischen Airport-to-Airport-Geschäft bietet GlobeCross integrierte End-to-End-Lösungen: digitale Zollservices, eCommerce-Importterminals und vollständige Logistikketten aus Transport, Zollabwicklung und Zustellung für den grenzüberschreitenden Warenverkehr.

Was ist die Strategie BOLD MOVES und was ist das konkrete Ziel bis 2030?

BOLD MOVES ist die seit Ende 2023 implementierte Wachstumsstrategie von Lufthansa Cargo mit dem erklärten Ziel, das Unternehmen bis 2030 wieder unter die drei führenden Luftfrachtgesellschaften weltweit zu bringen, gemessen an Frachttonnenkilometern. Die Strategie umfasst Infrastrukturinvestitionen wie LCCevo, Netzwerkausbau, Digitalisierung und neue Geschäftsfelder wie grenzüberschreitende eCommerce-Logistik über GlobeCross.

Stand: August 2026


Artikel: Lufthansa Cargo hebt ab: 199 Millionen Euro EBIT, neues Frachtzentrum in Frankfurt
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