Flughafen Memmingen im Fitness-Modus: Zehn Millionen Euro für Terminal, Vorfeld und Turnpad
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
Der Flughafen Memmingen (FMM) steckt mehr als zehn Millionen Euro in ein umfassendes Investitionsprogramm: Terminal-Obergeschoss, Vorfelderweiterung, Balkon-Modernisierung und eine neue Ausgangspassage im Ankunftsbereich werden ausgebaut oder saniert. Zwei neue, fußläufig erreichbare Flugzeugstellplätze mit Solar-Bodenstrom entstehen auf dem Vorfeld. Im Herbst startet der Bau eines neuen Turnpads, einer Wendeplatte auf der Ostseite der Start- und Landebahn. Ab 2029 ist ein Parkhaus mit rund 1.800 Stellplätzen für ca. 23 Millionen Euro geplant. FMM erwartet 3,8 Millionen Passagiere, hat seit Corona um rund 240 Prozent zugelegt und belegt Rang 10 unter den deutschen Verkehrsflughäfen. In einer Auswertung von AirHelp rangiert der Airport an der Spitze aller deutschen Flughäfen beim Pünktlichkeits-Ranking.
Mehr als zehn Millionen Euro für Terminal und Vorfeld
Wer regelmäßig ab dem Allgäu in den Süden Europas oder Richtung Türkei startet, merkt es schon beim Blick über den Vorplatz: Am Flughafen Memmingen wird an mehreren Ecken zugleich gebohrt, gepflastert und montiert. Süddeutschlands führender Low Cost Airport gönnt sich ein umfangreiches Umbau- und Erweiterungsprogramm, das über zehn Millionen Euro schwer ist und den Standort in mehreren Etappen für die kommenden Verkehrsjahre auslegt. ✈
Geschäftsführer Ralf Schmid nennt das Ganze ein Fitness-Programm, und im Kern ist es genau das: Kein spektakulärer Neubau, sondern ein gezieltes Nachschärfen an den Stellen, an denen es in Spitzenzeiten eng wird. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Terminal und Vorfeld. Auf der einen Seite geht es um Komfort und Passagierströme im Gebäude, auf der anderen Seite um zusätzliche Kapazität dort, wo die Jets stehen und rollen.
Ein Baustein ist besonders sichtbar: Im Obergeschoss des Terminals entstehen zusätzliche Gates, die vor allem Reisenden aus dem Non-Schengen-Raum zugutekommen sollen, also Passagieren aus oder in Länder außerhalb des europäischen Schengen-Reiseraums. Genau diese Gruppe ist am FMM stark vertreten, was eigene Gate-Kapazitäten und getrennte Passagierströme nötig macht. Mehr Platz bedeutet in der Praxis kürzere Wartezeiten in den ohnehin knackigen Stoßzeiten.
Betriebswirtschaftlich passt das ins Bild: In diesem Jahr rechnet der Airport mit 3,8 Millionen Passagieren, nach 3,7 Millionen im Vorjahr. Seit der Corona-Delle hat FMM um rund 240 Prozent zugelegt und sich stabil auf Rang 10 der deutschen Verkehrsflughäfen eingerichtet. Wer so stark wächst, braucht Infrastruktur, die mitzieht, und genau darauf zielt das Investitionspaket. Alle weiteren News und Entwicklungen rund um den Standort findest du in der Kategorie Flughafen Memmingen Airport (FMM) ✈ News.
Was sich im Terminal bereits verändert hat
Manches ist schon fertig, manches noch im Entstehen, und einiges fällt erst auf den zweiten Blick auf. Fangen wir mit dem Ankunftsbereich an: Die neue Ausgangspassage ist bereits in Betrieb. Die Wege sind kürzer, die Orientierung klarer, und am Terminalvorplatz gibt es einen neuen Fußgängerüberweg, der die Wegeführung nach draußen entzerrt. Wer nach dem Flug abgeholt wird oder direkt zum Parkplatz läuft, spürt das sofort.
Ein zweites Projekt betrifft den Balkon im Terminal, der für das Boarding eine wichtige Rolle spielt. Ost- und Westbereich sind bereits saniert, im mittleren Abschnitt laufen die Arbeiten. Eine neue Überdachung schützt vor Wind und Wetter, dazu kommt eine Klimatisierung, die aus der flughafeneigenen Photovoltaik-Anlage gespeist wird. Ralf Schmid verweist darauf, dass sich damit auch der Boardingprozess selbst besser takten lässt, ein durchaus nicht unwichtiger Faktor an einem Standort, an dem Pünktlichkeit zum Markenkern gehört.
Und schließlich das Obergeschoss: Die Gate-Erweiterungen für Non-Schengen-Reisende sind auf der Westseite abgeschlossen, im östlichen Bereich wird noch gearbeitet. Dominik Stroick, Bereichsleiter Infrastruktur der Flughafen Memmingen GmbH, ordnet das nüchtern ein: Mehr Platz im Terminal bedeutet weniger Stau an den Kontrollen und ruhigere Abläufe in Spitzenzeiten.
- Neue Ausgangspassage im Ankunftsbereich: fertiggestellt, kürzere Wege, neuer Fußgängerüberweg am Terminalvorplatz
- Balkon-Modernisierung: Ost und West fertig, mittlerer Abschnitt läuft, neue Überdachung plus Solar-gespeiste Klimatisierung
- Terminal-Obergeschoss: zusätzliche Gates für Non-Schengen-Reisende, Westseite abgeschlossen, Ostseite in Bearbeitung
Vorfelderweiterung und Turnpad: neue Kapazitäten hinter den Kulissen
Was Fluggäste selten im Detail sehen, entscheidet oft darüber, ob ein Flug pünktlich abhebt. Auf dem Vorfeld entstehen gerade zwei neue Flugzeugstellplätze, die von den Passagieren zu Fuß erreicht werden können, also ohne Bus-Transfer über das Rollfeld. Die Fertigstellung steht laut Flughafen unmittelbar bevor. Beide Positionen bekommen Bodenstrom aus den airporteigenen Solaranlagen. Bodenstrom, in der Fachsprache Ground Power Unit, versorgt geparkte Jets mit Elektrizität, sodass die Triebwerke am Boden nicht laufen müssen. Das spart Kerosin, reduziert Emissionen und drückt zusätzlich den Lärmpegel am Vorfeld.
Dominik Stroick beschreibt die Vorfelderweiterung als ersten wichtigen Baustein einer umfassenden Modernisierung der historischen Infrastruktur in diesem Bereich. Übersetzt heißt das: Der Airport arbeitet daran, alte Strukturen Stück für Stück auf einen zeitgemäßen Betriebsstandard zu heben, statt sie punktuell zu flicken.
Parallel läuft die Ausschreibung für ein spannendes Bauvorhaben, das im Herbst starten soll: einen sogenannten Turnpad auf der Ostseite der Start- und Landebahn. Ein Turnpad ist eine ausgebaute Wendeplatte, auf der Jets am Bahnende eine saubere 180-Grad-Drehung hinlegen können. Der Vorteil: Flugzeuge müssen die Bahn nicht mühsam ausrollen oder umständliche Rollwege nutzen. Die Bodenabläufe werden dadurch spürbar flüssiger, was am Ende auf die Pünktlichkeit einzahlt und Voraussetzung für weiteres Streckenwachstum ist.
Parkhaus ab 2029: 1.800 Stellplätze und neues Vorfeld-Umfeld
Das dickste Brett im Investitionsplan liegt noch etwas in der Zukunft. Ab 2029 will FMM ein neues Parkhaus bauen, mit rund 1.800 Stellplätzen und einem Investitionsvolumen von etwa 23 Millionen Euro. 🅿 Damit setzt der Standort ein klares Signal für alle, die mit dem Auto anreisen, und das ist am FMM ein sehr großer Teil der Gäste.
Interessant wird es beim Blick auf das Umfeld: Rund um den Parkhaus-Neubau wird der komplette Ankommensbereich neu geordnet. Die Zufahrt zum Kiss-and-Fly-Bereich wird erneuert, Bushaltestellen, Taxiplätze, Kurzzeitpark-Zonen und Wartebereiche werden neu gestaltet. Vor dem Parkhaus sollen zusätzliche gastronomische Betriebe entstehen, dazu die Erweiterung des bestehenden Biergartens. Für Reisende, die am Vorabend anreisen, entspannt zu Abend essen und in Ruhe in den Flug starten wollen, wird der Standort damit deutlich attraktiver.
| Projekt | Status | Besonderheit / Umfang | Investition |
|---|---|---|---|
| Terminal-Obergeschoss (neue Gates) | Westseite fertig, Ostseite läuft | Zusätzliche Gates für Non-Schengen-Passagiere | Teil der >10 Mio. € |
| Ausgangspassage Ankunftsbereich | Fertiggestellt | Kürzere Wege, neuer Fußgängerüberweg | Teil der >10 Mio. € |
| Balkon-Modernisierung | Ost/West fertig, Mitte läuft | Überdachung, Solar-Klimatisierung, Boarding-Optimierung | Teil der >10 Mio. € |
| Vorfelderweiterung (2 Stellplätze) | Demnächst fertig | Fußläufig erreichbar, Solar-Bodenstrom | Teil der >10 Mio. € |
| Turnpad (Wendeplatte Ostseite) | Ausschreibung läuft, Baubeginn Herbst | 180-Grad-Drehung für Jets, effizientere Bodenbewegungen | Teil der >10 Mio. € |
| Parkhaus (1.800 Stellplätze) | Geplant ab 2029 | Kiss & Fly, Bus, Taxi, Gastronomie, Biergarten | ca. 23 Mio. € |
Die Tabelle zeigt die Zweiteilung des Programms auf einen Blick: Fünf Vorhaben adressieren aktuelle Engpässe im laufenden Betrieb, während das Parkhaus als Großprojekt die Anreisesituation langfristig auf ein neues Niveau hebt. Bis das neue Parkhaus steht, bleibt die klassische Kombination aus Anreise am Vorabend und einem Platz bei einem der etablierten Parkplatz-Anbieter rund um Memmingen die entspannteste Variante. Wer mehrere Tage unterwegs ist und die Parkkosten im Blick behalten will, findet beim Airparks Parkplatz Memmingen Schwabenstraße einen fußläufig erreichbaren Anbieter mit transparenten Mehrtagespreisen.
Rang 10 in Deutschland, Platz 1 bei Pünktlichkeit

Zahlen ordnen die Baustellen ein. FMM erwartet in diesem Jahr 3,8 Millionen Passagiere, nach 3,7 Millionen im Vorjahr. Seit der Corona-Pandemie hat der Airport nach Angaben von Ralf Schmid um rund 240 Prozent zugelegt und sich dauerhaft auf Rang 10 unter den deutschen Verkehrsflughäfen etabliert. Das ist für einen Standort im Allgäu, der lange als Geheimtipp galt, eine ziemliche Ansage.
Noch bemerkenswerter ist ein anderer Wert: In einer Auswertung des TravelTech-Unternehmens AirHelp landet FMM in Sachen Pünktlichkeit auf Platz 1 aller bundesdeutschen Airports. Für einen Flughafen, dessen Verkehr stark von Low Cost Carriern getragen wird, ist das kein Zufall. Low Cost Carrier sind Airlines, die auf niedrige Kosten und schnelle Turnarounds ausgerichtet sind. Kurze Bodenzeiten funktionieren nur, wenn Infrastruktur, Personal und Abläufe sauber ineinandergreifen, und genau diese Kette will das Fitness-Programm robuster machen.
Was die Investitionen für Reisende ab Memmingen bedeuten
Für dich als Reisende oder Reisender ergibt sich aus dem Bauplan eine klare zeitliche Staffelung. Kurzfristig kann es in einzelnen Terminalabschnitten noch ein bisschen nach Baustelle aussehen, insbesondere im östlichen Gate-Bereich und im mittleren Abschnitt des Balkons. Wer entspannt in den Flug starten will, plant an Reisetagen mit Ferienandrang lieber ein paar Minuten Puffer ein.
Bereits jetzt spürbar ist die neue Ausgangspassage im Ankunftsbereich, die die Wege nach der Landung deutlich klarer führt. Mittelfristig sind die zusätzlichen Gates im Obergeschoss der eigentliche Hebel, denn Airlines entscheiden über neue Strecken häufig anhand verfügbarer Gate-Kapazität. Ralf Schmid stellt bereits weitere spannende Flugziele in Aussicht, was ohne die Vorfeld- und Terminalarbeiten schlicht nicht möglich wäre. Die Solar-Bodenstromversorgung nebenbei ist ein Argument für Airlines mit ESG-Anforderungen, also für Fluggesellschaften, die auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien achten.
Und dann ist da noch die Anreise mit dem Auto: Ab 2029 wird das neue Parkhaus mit rund 1.800 Stellplätzen die Situation rund um den Airport spürbar entspannen. Bis dahin lohnt sich für Reisen ab zwei bis drei Tagen ohnehin die klassische Park-Sleep-Fly-Idee: Am Vorabend anreisen, in Ruhe zu Abend essen, in einem Hotel am oder nahe dem Flughafen normal schlafen und am nächsten Morgen ohne Stau-Stress, ohne frühes Aufstehen und ohne Hektik bequem in den Flug starten. Für längere Aufenthalte gewinnt außerdem die Parkkostenrechnung an Gewicht, und rund um den Flughafen Memmingen stehen mehrere externe Parkplätze mit fußläufiger Anbindung oder kurzer Wegzeit zum Terminal zur Verfügung. Der Parkplatz Flughafen Memmingen bietet dabei eine gute Übersicht über die verfügbaren Optionen — vom offiziellen Memmingen Airport Parkplatz P1 direkt am Terminal bis hin zum etwas weiter gelegenen Memmingen Airport Parkplatz P4 mit transparenten Mehrtagespreisen.
Wachstum auf solider Grundlage
Das Investitionsprogramm am Flughafen Memmingen (FMM) folgt einem erkennbaren Muster: kurzfristige Komfortverbesserungen für Passagiere, mittelfristige Kapazitätserweiterungen für Airlines und langfristige Infrastruktur für weiteres Wachstum. Mit über zehn Millionen Euro im laufenden Betrieb und rund 23 Millionen Euro für das Parkhaus-Projekt ab 2029 fährt der Airport eine zweigleisige Strategie aus operativer Effizienz und baulicher Zukunftsfähigkeit. Wer den Standort in Süddeutschland bereits als Pünktlichkeitssieger unter den deutschen Flughäfen kennt, darf gespannt sein, wie sich das Streckennetz nach dem Ausbau der Gate-Kapazitäten weiterentwickelt. Sicher ist: Die nächsten Saisons dürften am FMM alles andere als langweilig werden.
Mitreden
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Häufige Fragen rund um die Investitionen am Flughafen Memmingen
Wie viel investiert der Flughafen Memmingen aktuell?
Aktuell fließen über zehn Millionen Euro in laufende Baumaßnahmen, hauptsächlich in Terminal und Vorfeld. Das größte Einzelprojekt, ein Parkhaus mit rund 1.800 Stellplätzen, ist für 2029 mit Kosten von ca. 23 Millionen Euro geplant.
Was ist ein Turnpad und warum baut FMM einen?
Ein Turnpad ist eine Wendeplatte am Ende der Start- und Landebahn, die Flugzeugen eine 180-Grad-Drehung ermöglicht, ohne die gesamte Bahn ausrollen zu müssen. Das verkürzt Rollzeiten und macht die Abfolge der Flugzeugbewegungen am Boden effizienter. Am FMM entsteht der Turnpad auf der Ostseite der Bahn, der Baubeginn ist für den Herbst geplant.
Wie hat sich die Passagierzahl am Flughafen Memmingen seit Corona entwickelt?
Seit der Corona-Pandemie hat FMM nach Angaben von Geschäftsführer Ralf Schmid um rund 240 Prozent zugelegt. Im aktuellen Jahr werden 3,8 Millionen Passagiere erwartet, nach 3,7 Millionen im Vorjahr. Der Airport steht damit auf Rang 10 der deutschen Verkehrsflughäfen.
Was bedeutet Bodenstrom aus Solaranlagen für parkende Flugzeuge?
Bodenstrom, technisch Ground Power Unit oder kurz GPU, versorgt ein am Boden stehendes Flugzeug mit Strom, sodass die Triebwerke nicht laufen müssen. Am FMM wird dieser Strom aus den flughafeneigenen Photovoltaik-Anlagen gespeist. Das reduziert Emissionen und Lärmbelastung und ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Airports.
Wann wird das neue Parkhaus am Flughafen Memmingen gebaut?
Der Bau des neuen Parkhauses mit rund 1.800 Stellplätzen ist für das Jahr 2029 geplant. Im Rahmen dieser Maßnahme werden auch die Kiss-and-Fly-Zufahrt, Bushaltestellen, Taxiplätze und Kurzzeitparkzonen erneuert. Zusätzlich sind weitere gastronomische Angebote und ein erweiterter Biergarten vorgesehen.
Stand: September 2026
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