ALLfuel am Flughafen Memmingen: Eigenregie bei der Treibstoffversorgung
Inhaltsverzeichnis
Flughafen Memmingen übernimmt Treibstoffversorgung in Eigenregie ✈️
Eine strukturelle Veränderung, die auf den ersten Blick wie eine rein operative Randnotiz wirkt, hat am Flughafen Memmingen (FMM) erhebliche Tragweite: Seit Ende des Jahres 2024 betankt der Airport seine Flugzeuge nicht mehr über einen externen Dienstleister, sondern vollständig in Eigenregie – und das unter einer ganz neuen Marke: ALLfuel.
Was hinter dieser Entscheidung steckt, welche regulatorischen Hintergründe sie ausgelöst haben und warum das für Flugreisende am kleinen, aber feinen Allgäu Airport durchaus relevant ist, erfahren Sie hier im Detail.
Was ist ALLfuel – und wie ist es entstanden?
ALLfuel ist die neue operative Marke, unter der die Flughafen Memmingen GmbH gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft ALLgate die gesamte Treibstoffversorgung am Standort bündelt. Das bedeutet konkret: Das Tanklager am Flughafen gehört ab sofort zur zentralen Infrastruktur des Airports und wird nicht länger von einem Drittanbieter verwaltet. Gleiches gilt für die Selbstbedienungstankstelle im südlichen Bereich des Geländes.
Geschäftsführer Marcel Schütz, der gemeinsam mit Ralf Schmid die Geschäfte von ALLgate und dem Flughafen Memmingen leitet, bezeichnet diesen Schritt als „neuen wichtigen Meilenstein in der Treibstoffversorgung an unserem Airport“.
Was ALLfuel konkret leistet
- Betankung von Flugzeugen mit Kerosin für verschiedene Treibstoff-Anbieter direkt vor Ort
- Betrieb des Tanklagers als Teil der zentralen Flughafeninfrastruktur
- Verwaltung und Betrieb der SB-Tankstelle im südlichen Flughafenbereich
- Einsatz moderner Tankfahrzeuge und optimierter Softwarelösungen
- Koordination des Into-Plane-Service für alle am Standort operierenden Airlines
Der regulatorische Hintergrund: Die BADV als Auslöser 📋
Wer sich fragt, warum ein Flughafen dieser Größenordnung eine solche Umstrukturierung vornimmt, muss einen Blick in die Gesetzgebung werfen. Die treibende Kraft hinter der Neuausrichtung ist die Bodenabfertigungsdienst-Verordnung (BADV). Diese Verordnung schreibt vor, dass der Markt für Bodenabfertigungsdienstleistungen – zu denen auch die Flugzeugbetankung zählt – für weitere Anbieter geöffnet werden muss.
Für den Flughafen Memmingen bedeutete das: entweder die Treibstoffversorgung weiterhin einem Einzeldienstleister überlassen und damit die Kontrolle abgeben – oder selbst die Initiative ergreifen und die Versorgung in eigene Hände nehmen, um langfristig wettbewerbsfähig und unabhängig zu bleiben.
Die Entscheidung fiel eindeutig zugunsten der zweiten Option. „Diese Herausforderung haben wir im ersten Schritt erfolgreich gemeistert“, so Schütz. Ein zweiter Schritt folgt: Die Lizenz für einen weiteren Into-Plane-Service wird in Kürze ausgeschrieben – ein klares Signal, dass der Airport den regulatorischen Anforderungen nicht nur genügen, sondern aktiv mitgestalten will.
Investitionen und Schulungen: Was hinter ALLfuel steckt
Die Übernahme der Treibstoffversorgung war kein einfacher Verwaltungsakt, sondern ging mit umfangreichen Vorbereitungen einher. Dazu zählten unter anderem:
- Intensive Schulungen für alle beteiligten Mitarbeitenden – Sicherheit und Präzision beim Betanken von Flugzeugen erfordern zertifiziertes Fachwissen
- Anschaffung neuer, moderner Tankfahrzeuge, die den aktuellen technischen und sicherheitstechnischen Standards entsprechen
- Einführung einer optimierten Softwarelösung zur Steuerung und Dokumentation der Betankungsvorgänge
- Investitionen in die Infrastruktur des Tanklagers selbst
Marcel Schütz betonte ausdrücklich das Engagement der Belegschaft: „Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeitenden, deren Einsatz diese erfolgreiche Umstellung möglich gemacht hat.“ Das ist in der Branche keine Selbstverständlichkeit – die Umschulung auf sicherheitssensible Treibstoffsysteme ist zeitaufwendig und anspruchsvoll.
Was bedeutet das für die Zukunft des Flughafens Memmingen?
Der Flughafen Memmingen ist als Low-Cost-Drehscheibe in der Region Allgäu/Bayern-Schwaben bekannt – und wird von vielen Reisenden bewusst als clevere Alternative zu München gewählt. Was die wenigsten wissen: FMM ist einer der am stärksten wachsenden Regionalflughäfen in Süddeutschland, der trotz überschaubarer Größe ein erstaunlich breites Streckennetz bedient – vor allem über Ryanair, aber zunehmend auch über weitere Carrier.
Die Übernahme der Treibstoffversorgung in Eigenregie ist ein Signal dafür, dass der Airport sich konsequent auf operative Eigenständigkeit und Zukunftsfähigkeit ausrichtet. Gerade für Airlines, die an einem Standort feste und verlässliche Abläufe erwarten, ist eine stabile, selbst gesteuerte Bodenabfertigung ein nicht zu unterschätzendes Argument.
Übersicht: Was sich mit ALLfuel verändert
| Bereich | Vorher | Jetzt (ALLfuel) |
|---|---|---|
| Tanklager | Externer Dienstleister | Zentrale Infrastruktur / Eigenregie |
| Flugzeugbetankung | Fremdvergabe | Eigenerbrachter Into-Plane-Service |
| SB-Tankstelle | Drittbetrieb | ALLgate / Flughafen Memmingen GmbH |
| Regulatorische Anforderungen (BADV) | Marktöffnung noch ausstehend | Erster Schritt umgesetzt, Ausschreibung folgt |
| Tankfahrzeuge | Dienstleisterseitig gestellt | Neue Eigenfahrzeuge im Einsatz |
Tipp Flughafen Memmingen
FMM ist kein gewöhnlicher Regionalflughafen – er hat eine Reihe von Eigenschaften, die ihn für clevere Reisende besonders attraktiv machen:
- Keine langen Wege: Vom Parkplatz bis zum Gate vergehen oft weniger als zehn Minuten – ein Luxus, den selbst München-Erfahrene nicht kennen.
- Frühzeitiges Boarding ohne Gedränge: Aufgrund der überschaubaren Passagierfrequenz sind die Sicherheitskontrollen selbst zu Stoßzeiten deutlich entspannter als an Großflughäfen.
- Direktverbindungen in Nischenziele: FMM bedient regelmäßig Ziele wie Trapani auf Sizilien, Pafos auf Zypern oder Kutaisi in Georgien – Destinationen, die von München aus häufig nur mit Umstieg erreichbar sind.
- Lage im Allgäu: Der Flughafen liegt direkt an der A96 zwischen München und Lindau und ist damit auch für Reisende aus Vorarlberg, dem Tiroler Außerfern oder dem Bodenseeraum eine echte Alternative.
- Überraschend günstiges Parken: Im Vergleich zu München oder Stuttgart sind die Parkgebühren am FMM deutlich moderater – besonders bei längeren Reisen.
Günstig und entspannt parken am Flughafen Memmingen 🅿️
Wer am Flughafen Memmingen startet, freut sich nicht nur über kurze Wege im Terminal – auch das Parken am FMM gestaltet sich hier deutlich unkomplizierter und kostengünstiger als an den großen Drehkreuzen. Passend zur positiven Entwicklung des Airports stellt park-sleep-fly.de Ihnen hier die besten Parkoptionen vor Ort vor:
Airparks Parkplatz Memmingen Schwabenstraße
Das günstigste Angebot im Vergleich: Schon ab 51 € für 7 Tage (14 Tage: 68 €) parken Sie hier sicher auf einem eingezäunten, beleuchteten und videoüberwachten Außenparkplatz. Das Terminal ist entspannt in etwa 9 Minuten zu Fuß erreichbar – kein Transfer, keine Schlüsselabgabe, keine Wartezeiten. Ideal für preisbewusste Reisende, die trotzdem auf Sicherheit setzen.
- ✅ Eingezäunt und beleuchtet
- ✅ Videoüberwachte Ein- und Ausfahrt
- ✅ Regelmäßige Kontrollgänge
- ✅ Kein Schlüssel abgeben
- ✅ 9 Minuten Fußweg zum Terminal
Memmingen Airport Parkplatz P4
Der offizielle Flughafenparkplatz P4 direkt am Gelände: Nur etwa 5 Minuten Fußweg vom Terminal entfernt, beleuchtet rund um die Uhr, mit Schranken gesichert und videoüberwacht. Für 56 € pro Woche (14 Tage: 84 €) bekommen Sie eine der bequemsten Parklösungen direkt am FMM – ohne Schlüsselabgabe und mit maximaler Flexibilität beim Abruf des Fahrzeugs.
- ✅ Direkt auf dem Flughafengelände
- ✅ Nur 5 Minuten zum Terminal
- ✅ 24h beleuchtet und mit Schranke gesichert
- ✅ Kein Schlüssel abgeben
- ✅ Keine Höhenbeschränkung
Memmingen Airport Parkplatz P1
Der terminalnahe Premium-Parkplatz für alle, die maximale Nähe zum Abflugbereich schätzen: Gerade einmal 3 Minuten zu Fuß bis zum Terminal – kürzer geht es kaum. P1 ist ebenfalls offizieller Parkplatz des Flughafens, rund um die Uhr beleuchtet, mit Schranken und Videoüberwachung ausgestattet. Mit 148 € für 7 Tage richtet er sich an Reisende, für die Komfort und kürzeste Wege Vorrang haben.
- ✅ Nur 3 Minuten zu Fuß zum Terminal
- ✅ Offizieller Airportparkplatz
- ✅ Höchste Terminalcnähe
- ✅ Kein Schlüssel abgeben
- ✅ Videoüberwachte Zu- und Ausfahrt
ALLfuel, BADV und Into-Plane: Das Wichtigste auf einen Blick
Die Nachricht über ALLfuel ist mehr als eine Betriebsmeldung: Sie zeigt, dass der Flughafen Memmingen strategisch denkt und konsequent in seine eigene Infrastruktur investiert. Das kommt letztlich allen zugute – den Airlines, die verlässliche Abläufe brauchen, und den Passagieren, die einen pünktlichen und sicheren Flug erwarten.
Für Reisende, die den Flughafen Memmingen regelmäßig nutzen, lohnt sich ein Blick auf die Parkangebote: Günstig, sicher und ohne lästige Transferzeiten – FMM macht auch hier vieles besser als die großen Mitbewerber.
Glossar: Fachbegriffe verständlich erklärt
ALLfuel
Die neue operative Marke der Flughafen Memmingen GmbH und ihrer Tochtergesellschaft ALLgate für den eigenverantwortlichen Betrieb der gesamten Treibstoffversorgung am Standort. Unter dieser Marke werden Flugzeuge am Boden mit Kerosin betankt und für den Start vorbereitet.
Into-Plane-Service
Bezeichnung für die direkte Betankung von Flugzeugen am Vorfeld (englisch: „apron“) durch speziell ausgebildetes Personal mit Tankfahrzeugen oder über stationäre Hydrantenanlagen. Der Begriff umfasst den gesamten Prozess vom Andocken des Tankfahrzeugs bis zur Freigabe des betankten Flugzeugs – inklusive Qualitätsprüfung des Treibstoffs und Dokumentation. Die Zulassung zum Into-Plane-Service erfordert spezifische Zertifizierungen und unterliegt strengen Sicherheitsvorschriften der Luftfahrtbehörden.
BADV – Bodenabfertigungsdienst-Verordnung
Die Bodenabfertigungsdienst-Verordnung (BADV) ist die deutsche Umsetzung der europäischen Richtlinie 96/67/EG und regelt den Zugang zum Markt der Bodenabfertigungsdienste auf Flughäfen. Ziel der Verordnung ist es, durch die Öffnung des Marktes für mehrere Anbieter den Wettbewerb zu stärken, die Qualität zu steigern und die Kosten zu senken. Konkret bedeutet das: Flughäfen ab einer bestimmten Größe müssen sicherstellen, dass mindestens zwei unabhängige Anbieter Bodenabfertigungsleistungen – darunter Gepäckabfertigung, Treibstoffversorgung und Wartung – erbringen können. Für kleinere Airports wie Memmingen ergibt sich daraus die Notwendigkeit, ihre bisherigen Strukturen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Kerosin (Jet A-1)
Der bei Passagierflugzeugen weltweit am häufigsten verwendete Treibstoff trägt die Bezeichnung Jet A-1. Es handelt sich um einen hochraffinieren Kohlenwasserstoff auf Erdölbasis mit einem Flammpunkt von mindestens 38 °C und einem Gefriergrenzwert von –47 °C, der den extremen Temperaturen in Reiseflughöhen standhält. Kerosin wird vor der Betankung streng auf Wassergehalt, Sedimente und mikrobiellen Befall geprüft. Eine einzige Verunreinigung kann zu Triebwerksausfällen führen – daher ist der In-to-Plane-Service mit entsprechend hohen Qualitäts- und Ausbildungsanforderungen verbunden.
Tanklager / Zentralinfrastruktur
Das Tanklager eines Flughafens ist die stationäre Anlage zur Lagerung und Vorhaltung von Flugzeugtreibstoff in großen Mengen. Es umfasst Tanks, Pumpanlagen, Filterstationen und Messsysteme. Als Teil der „zentralen Infrastruktur“ eines Airports unterliegt es besonders strengen Sicherheits-, Bau- und Umweltauflagen. Der Betrieb erfordert spezielle Genehmigungen und regelmäßige behördliche Prüfungen. Wer dieses Tanklager in eigener Regie betreibt, hat direkten Einfluss auf Verfügbarkeit, Qualität und Kosten des Treibstoffs – ein erheblicher strategischer Vorteil.
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