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Brussels Airport (BRU) im ersten Halbjahr: 11,7 Millionen Passagiere und Cargo-Boom

Veröffentlicht am: Ralf Zmölnig CEO u. CvD Park-Sleep-Fly
Zwei Frauen von hinten auf einer Bootstour auf der Seine mit Blick auf Uferpromenade, Passagierboote und grünen Parkanlagen in Brüssel
Zwei Besucherinnen genießen die Aussicht auf die Seine und die Pariser Uferpromenade.

Das Wichtigste auf einen Blick

Brussels Airport (BRU) hat das erste Halbjahr mit soliden Wachstumszahlen abgeschlossen: 11.684.976 Passagiere (+3,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum) und knapp 420.000 Tonnen Cargo (+8,3 %). Acht neue Destinationen kamen dazu, darunter fünf Langstrecken wie Chengdu (Air China), São Paulo (LATAM) und Kilimanjaro (Brussels Airlines). Gleichzeitig belasteten zwei nationale Streiktage im März und Mai mit rund 55.000 betroffenen Passagieren, ein spontaner skeyes-Streik am 2. Juni mit rund 25.000 Passagieren sowie die Aussetzung der Tel-Aviv-Flüge das Ergebnis. Im Cargo legte das Full-Freighter-Segment um 16,7 %, der Trucked-Cargo-Anteil um 16,2 % zu.

Starkes erstes Halbjahr: 11,7 Millionen Passagiere und Cargo-Rekordwachstum

Wer die Entwicklung großer europäischer Drehkreuze verfolgt, wird gerade in Brüssel fündig: Brussels Airport (BRU) hat im ersten Halbjahr ein bemerkenswert stabiles Wachstum hingelegt, obwohl das Umfeld alles andere als ruhig war. In Summe zählte der Flughafen 11.684.976 Passagiere, ein Plus von 3,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Parallel dazu wuchs das Frachtgeschäft um 8,3 % auf knapp 420.000 Tonnen. ✈ Alle aktuellen News rund um den Flughafen findest du in der Kategorie Flughafen Brüssel-Zaventem – Brussels Airport (BRU) ✈ News.

BRU zählt zu den bedeutenderen Cargo-Drehkreuzen Europas, und genau deshalb lohnt sich der Blick auf beide Ebenen zugleich. Passagierbetrieb und Fracht laufen hier eng verzahnt, weil ein Teil der Ware im Frachtraum unter dem Passagierdeck reist. Dieser sogenannte Belly Cargo ist damit unmittelbar an das Passagiernetz gekoppelt. Dass beide Bereiche trotz Streikwellen und geopolitischer Turbulenzen zulegen konnten, ist die eigentliche Nachricht dieser Bilanz.

Getragen wurde das Wachstum vor allem vom weiter ausgebauten Streckennetz mit acht neuen Zielen sowie von laufenden Investitionen in die Modernisierung der Cargo-Zone, die den strukturellen Rahmen für weitere Zuwächse absteckt.

Infografik zu Brussels Airport Traffic Results Juni: Passagierzahlen mit Ursprung/Ankunft/Transfer, Top‑10 Zielländer (Spanien, Italien, Griechenland, Deutschland, Türkei, Marokko, Portugal, Frankreich, USA, Schweiz), Flugbewegungen, Frachtaufkommen nach Frachtarten (Integrator, Full freighter, Belly cargo, Trucked cargo) und Prozentänderungen gegenüber Vorjahr.
Brussels Airport: Verkehrsübersicht Juni – Passagiere, Ziele und Fracht im Überblick.
SegmentVolumen (H1)Veränderung ggü. Vorjahr
Passagiere gesamt11.684.976+3,6 %
Cargo gesamtca. 420.000 Tonnen+8,3 %
Flown Cargonicht separat ausgewiesen+7,0 %
Full Freighternicht separat ausgewiesen+16,7 %
Trucked Cargonicht separat ausgewiesen+16,2 %
Belly Cargonicht separat ausgewiesen+0,1 %
Halbjahreskennzahlen Brussels Airport (BRU) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

Kurz gesagt: Der Motor läuft in fast allen Segmenten rund. Auffällig sind die zweistelligen Zuwächse bei Full Freighter und Trucked Cargo, während das an das Passagiernetz gebundene Belly Cargo klar unter dem Nahost-Effekt leidet.

Acht neue Strecken: Chengdu, São Paulo und Kilimanjaro als Highlights

Kilimanjaro-Massiv in Tansania mit Savanne und Elefant im Vordergrund
Majestätischer Elefant vor dem Kilimandscharo – Safari-Stimmung in der tansanischen Savanne.

Der Netzwerkausbau ist das eigentliche Rückgrat der Halbjahresbilanz. Acht neue Destinationen sind im ersten Halbjahr in den Flugplan gerückt, davon fünf auf der Langstrecke. Damit verschiebt BRU seinen Schwerpunkt spürbar in Richtung interkontinentaler Direktverbindungen, was für einen Hub eine klare Ansage ist: Mehr Nonstop-Ziele bedeuten mehr Attraktivität für Umsteiger und dichtere Netzwerkeffekte.

Drei Neustarts fallen besonders ins Gewicht. Air China nimmt Chengdu in Südwestchina ins Programm auf und stärkt damit die Asien-Konnektivität von Brüssel deutlich. LATAM verbindet erstmals seit mehr als 25 Jahren Belgien wieder direkt mit Südamerika, konkret mit São Paulo. Und Brussels Airlines schickt eine Maschine nach Kilimanjaro in Tansania, ein Ziel, das für Safari- und Bergreisende Gold wert ist. Ergänzt wird das Bild im Juni durch neue Verbindungen nach Halifax und Kayseri (TUI fly) sowie durch mehr Frequenzen nach Montréal mit Air Transat.

  • Chengdu (CTU, China) mit Air China: neue Asienverbindung ab BRU
  • São Paulo (Brasilien) mit LATAM: erste Direktverbindung Belgien–Südamerika seit mehr als 25 Jahren
  • Kilimanjaro (JRO, Tansania) mit Brussels Airlines: neue Afrikastrecke
  • Halifax (YHZ, Kanada): Neustart im Juni
  • Kayseri (ASR, Türkei) mit TUI fly: neue Türkei-Verbindung ab Juni
  • Montréal (YUL, Kanada) mit Air Transat: erhöhte Frequenzen ab Juni

Dass diese Ausrichtung greift, zeigt der Transferpassagier-Anteil: Im Juni machten Outbound-Umsteiger 15 % des Gesamtverkehrs aus, mehr als im Vorjahresmonat. Für Reisende bedeutet das schlicht: mehr Auswahl an Nonstop-Optionen ab Brüssel und weniger Zwang, über einen anderen europäischen Hub zu umsteigen.

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Störfaktoren im ersten Halbjahr: Streiks und Nahost-Konflikt bremsten Wachstum

So freundlich die Zahlen aussehen, so klar sind die Bremsklötze zu benennen. Drei externe Faktoren haben die Bilanz spürbar gedrückt, und wer sie mitdenkt, versteht, warum die 3,6 % Passagierplus unter Umständen sogar konservativ ausgefallen sind.

Erstens legten zwei nationale Arbeitskampftage im März und Mai den Betrieb streckenweise lahm; zusammen waren rund 55.000 Passagiere betroffen. Zweitens sorgte am 2. Juni ein spontaner Streik beim belgischen Flugsicherungsdienstleister skeyes, der den Luftraum steuert, dafür, dass sämtliche Planflüge an diesem Tag gestrichen wurden. Weitere rund 25.000 Reisende standen an diesem einen Tag ohne Flug da. Drittens wirkt der Nahost-Konflikt: Die Flüge nach Tel Aviv (TLV) sind ausgesetzt, in Richtung Golfregion wurden Frequenzen reduziert. Für Doha lief der reguläre Betrieb ab dem 15. Juni wieder an, Abu Dhabi und Dubai kehrten zu normalen Frequenzen zurück.

Der geopolitische Effekt schlägt vor allem im Belly Cargo durch, das im Halbjahr nur um 0,1 % zulegte. Ausgesetzte Routen und dünnere Frequenzen ins Nahost-Umfeld schneiden direkt in dieses Segment, weil weniger Passagierflüge auch weniger Frachtraum unter dem Deck bedeuten. Sofern sich das geopolitische Umfeld nicht stabilisiert, dürften solche Schocks auch auf die Jahresprognose durchschlagen.

Cargo-Boom: Full Freighter und Trucked Cargo mit zweistelligem Wachstum

Das Frachtgeschäft ist die vielleicht spannendste Geschichte im Halbjahr. Insgesamt wurden knapp 420.000 Tonnen umgeschlagen, ein Plus von 8,3 %. Flown Cargo, also tatsächlich geflogene Fracht, legte um 7,0 % zu. Der Full-Freighter-Anteil, also reine Frachtflugzeuge ohne Passagiere an Bord, wuchs um 16,7 %. Trucked Cargo, im Fachjargon Road Feeder Service, bezeichnet Sendungen, die per Lkw zwischen Flughäfen unterwegs sind, dabei aber unter einer Luftfrachtnummer laufen. Auch dieses Segment legte im Halbjahr um 16,2 % zu.

Im Juni zog die Dynamik nochmals an. Der Flughafen schlug in einem einzigen Monat 70.895 Tonnen um, was einem Plus von 12,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Full Freighter wuchs weiter zweistellig, Trucked Cargo zog um bemerkenswerte 42,4 % an, und Belly Cargo erholte sich nach einem schwachen Mai mit +12,2 % deutlich. Lediglich das Segment der Integratoren, also Expressdienstleister wie DHL oder FedEx, gab minimal um 0,5 % nach.

SegmentWachstum H1Wachstum Juni
Cargo gesamt+8,3 %+12,2 %
Flown Cargo+7,0 %+8,0 %
Full Freighter+16,7 %+16,5 %
Trucked Cargo+16,2 %+42,4 %
Belly Cargo+0,1 %+12,2 %
Integratorenk. A.-0,5 %
Cargo-Segmente Brussels Airport (BRU): Erstes Halbjahr vs. Juni im Überblick

Getragen wird das Wachstum von den drei wichtigsten Handelsregionen: Asien, Nordamerika und Afrika. Nordamerika legt sowohl im Import als auch im Export am stärksten zu, Afrika verzeichnet einen leichten Importrückgang. Strukturell setzt der Flughafen auf Diversifizierung von Gütern und Märkten und modernisiert seine Cargo-Zone laufend, um die Kapazitäten für die kommenden Jahre auszubauen.

Was noch offen bleibt: Fragen rund um Streckenstabilität und Jahresausblick

Belebte Flughafenhalle mit Reisenden, Check-in-Schaltern, Informationsschalter und großen Panoramafenstern, Werbung für Brussels Airlines sichtbar (Fotograf: David Plas)
Brüsseler Flughafen-Terminal mit reisenden Passagieren und Informationsschaltern. (c) David Plas

So klar die Zahlen sind, so sehr steht die zweite Jahreshälfte unter mehreren Fragezeichen. Ob und wann die Flüge nach Tel Aviv (TLV) wieder aufgenommen werden, hängt eng an der Sicherheitslage im Nahen Osten und lässt sich seriös nicht vorhersagen.

Spannend wird auch, ob die neuen Langstreckenverbindungen nach Chengdu, São Paulo und Kilimanjaro dauerhaft in den Winterflugplan wandern. Erfahrungsgemäß brauchen frische Interkont-Strecken zwei bis drei Saisons, um sich zu etablieren, weil Sommer- und Winternetze strukturell unterschiedlich funktionieren. Ebenfalls zu beobachten: ob sich der Transferpassagier-Anteil von zuletzt 15 % weiter nach oben schiebt, was ein starkes Signal für BRUs Hub-Ambitionen wäre. Und schließlich die Frage, ob das +42,4 %-Sprungwachstum im Trucked Cargo ein struktureller Trend ist oder eine saisonale Spitze.

Praktisch für Reisende: Was die neuen Strecken und Frequenzen bedeuten

Für dich als Reisende oder Reisenden bringt der Netzwerkumbau ganz konkrete neue Optionen. Wer nach Südamerika will, hat mit LATAMs Nonstop-Flug ab Brüssel nach São Paulo erstmals seit mehr als 25 Jahren wieder eine echte Direktalternative zum Umsteigen über Madrid, Lissabon oder Frankfurt. Das spart im Idealfall mehrere Stunden Reisezeit und einen Koffer-Wechsel-Nervenkitzel.

Wer nach Ostasien möchte, kommt mit Air China künftig direkt nach Chengdu (CTU) und damit ohne Zwischenstopp in Peking oder Shanghai in den Südwesten Chinas. Für Ostafrika ist Kilimanjaro (JRO) mit Brussels Airlines der neue Direkteinstieg, ob für Safaris im Serengeti-Umfeld oder die Besteigung des höchsten Bergs Afrikas.

Für den klassischen Sommerurlaub bleibt das Bild vertraut. Die zehn meistgeflogenen Zielländer im Juni waren Spanien, Italien, Griechenland, Deutschland, Türkei, Marokko, Portugal, Frankreich, USA und Schweiz. Wer in diese Richtungen aufbricht, sollte in der Hochsaison früh buchen. Für Kanada-Reisende gibt es mehr Kapazität nach Montréal mit Air Transat sowie neue Verbindungen nach Halifax; für Türkeireisende kommt Kayseri über TUI fly hinzu.

Und noch ein praktischer Punkt, gerade wenn du mit dem Auto aus Deutschland anreist: Ein Flug am frühen Morgen bedeutet oft, sich mitten in der Nacht auf die Autobahn zu quälen. Der entspanntere Weg ist Park-Sleep-Fly, also am Vorabend anreisen, entspannt zu Abend essen, in einem Hotel am oder nahe dem Flughafen normal schlafen und am nächsten Morgen ohne Stau-Stress in den Flug starten. 🅿 Für längere Reisen über mehrere Tage lohnt sich ein Blick auf die Parkoptionen direkt am Flughafen: Express Parking Parkhalle Zaventem bringt dich per Shuttle in rund fünf Minuten ans Terminal, Star Parking Parkhalle Zaventem punktet mit besonders günstigen Konditionen bei mehrtägiger Standzeit, und wer das Auto lieber direkt am Terminal abgibt, findet mit Express Parking Parkhalle Valet Zaventem eine komfortable Valet-Variante. Alle Optionen sind unter Parken am Flughafen Brüssel-Zaventem im Überblick.

BRU auf Wachstumskurs mit Rückenwind und offenen Fragen

Die Halbjahresbilanz zeigt einen Flughafen mit robuster Grunddynamik: Passagierwachstum trotz Streikwellen, ein Cargo-Boom in fast allen Segmenten und ein Langstreckennetz, das sich sichtbar weitet. Mittelfristig entscheiden zwei Faktoren über die Richtung: ob die neuen Strecken nach Chengdu, São Paulo und Kilimanjaro dauerhaft in den Winterflugplan wandern und wie sich die Lage im Nahen Osten auf Streckennetz und Belly-Cargo-Volumen auswirkt. Bei allem bleibt eines klar: Brussels Airport positioniert sich immer deutlicher als Drehscheibe für interkontinentale Verbindungen und als einer der wachstumsstärksten Cargo-Standorte in Westeuropa.

Mitreden

Nutzt du Brussels Airport (BRU) für deine Reisen nach Südamerika, Ostafrika oder Asien, oder steigst du für solche Strecken lieber an einem anderen europäischen Hub um? Schreib mir es, ich lese jede Rückmeldung.

Häufige Fragen zu Brussels Airport und den neuen Strecken

Wie viele Passagiere nutzten Brussels Airport (BRU) im ersten Halbjahr?

Insgesamt 11.684.976 Passagiere, ein Anstieg von 3,6 % gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres.

Welche neuen Langstrecken starten ab Brussels Airport (BRU)?

Im ersten Halbjahr kamen fünf neue Langstreckenverbindungen dazu, unter anderem nach Chengdu (CTU) mit Air China, nach São Paulo mit LATAM als erste Direktverbindung zwischen Belgien und Südamerika seit mehr als 25 Jahren sowie nach Kilimanjaro (JRO, Tansania) mit Brussels Airlines.

Was ist Trucked Cargo und warum wächst dieses Segment so stark?

Trucked Cargo, auch Road Feeder Service genannt, bezeichnet Frachtsendungen, die per Lkw zu einem Cargo-Hub gebracht und dort in den Luftfrachtverbund eingespeist werden. Im Juni stieg das Segment um 42,4 %, ein Indikator für wachsende Nachfrage aus dem Hinterland und eine stärkere Nutzung von BRU als kontinentales Cargo-Drehkreuz.

Warum wurden Flüge nach Tel Aviv (TLV) ausgesetzt?

Der Nahost-Konflikt führte zur Aussetzung der Verbindungen nach Tel Aviv sowie zu Frequenzreduzierungen in Richtung Golfregion. Flüge nach Doha wurden ab dem 15. Juni wieder aufgenommen, Abu Dhabi und Dubai kehrten zu normalen Frequenzen zurück.

Wie viele Passagiere waren von den Streiks im ersten Halbjahr betroffen?

Zusammen rund 80.000 Passagiere: etwa 55.000 durch zwei nationale Arbeitskampftage im März und Mai sowie rund 25.000 durch den spontanen Streik des Flugsicherungsdienstleisters skeyes am 2. Juni, der zur Streichung aller Planflüge an diesem Tag führte.

Stand: Juli 2026


Artikel: Brussels Airport (BRU) im ersten Halbjahr: 11,7 Millionen Passagiere und Cargo-Boom
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