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Victor Vasarely am EuroAirport Basel: Wenn Kunst den Tower erobert

Veröffentlicht am: Ralf Zmölnig CEO u. CvD Park-Sleep-Fly
Vier Personen in Wintermänteln stehen vor dem EuroAirport-Terminal mit sichtbar angebrachtem Victor-Vasarely-Banner auf der Fassade
Vertreter vor dem EuroAirport-Terminal mit Victor-Vasarely-Banner im Hintergrund - Bildlegende (von links nach rechts): Raphaël Mariani (Direktor ad interim, Musée Unterlinden), Tobias Markert (CEO, EuroAirport), Manuela Witzig (Head of Comms and Public Affairs, EuroAirport), Thierry Cahn (Präsident, Société Schongauer).

Wenn ein Flughafenturm zur Kunstgalerie wird 🎨

Wer den EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg anfliegt oder auf dem Weg zum Terminal am Tower vorbeifährt, erlebt seit Kurzem eine ungewöhnliche Begegnung: Ein weithin sichtbares, farbintensives Plakat mit geometrischen Wellen, scheinbar pulsierenden Formen und verblüffenden optischen Effekten zieht von weitem die Blicke auf sich. Es zeigt das Werk Vega Pâl des ungarisch-französischen Künstlers Victor Vasarely – und es ist kein gewöhnliches Werbebanner, sondern ein kulturelles Statement mitten im Dreiländereck.

Hinter der Aktion steckt eine bewusste Partnerschaft zwischen dem EuroAirport und dem Musée Unterlinden in Colmar. Der Flughafen nutzt seine prominente Towerfläche gezielt, um Kunst und Kultur der Region einem internationalen Publikum zugänglich zu machen – und das auf eine Weise, die selbst jene Menschen erreicht, die nur wenige Minuten im Terminal verbringen.

Victor Vasarely und die Vega-Serie: Mehr als optische Täuschung

Victor Vasarely (1906–1997) gilt als Begründer der Op Art und zählt zu den einflussreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Weniger bekannt ist jedoch, wie präzise wissenschaftlich er vorging: Vasarely entwickelte ein regelrechtes plastisches Alphabet, ein System aus geometrischen Grundeinheiten, das er wie ein Architekt kombinierte. Er bezeichnete seine Kunst selbst als „programmierbar“ – Jahre bevor Computer in der Kunstwelt ankamen.

Die sogenannte Vega-Serie, aus der das Towerplakat-Werk Vega Pâl stammt, entstand überwiegend in den 1960er- und 1970er-Jahren. Das Prinzip: Auf einem scheinbar flachen Raster wölbt sich durch geschickte Farbverläufe und Formverzerrungen eine dreidimensionale Kugel aus der Bildfläche heraus – ohne dass auch nur eine einzige geschwungene Linie gezeichnet wurde. Das Auge wird aktiv getäuscht, das Gehirn konstruiert Tiefe, wo keine ist. Ein Effekt, der aus großer Distanz – etwa vom fahrenden Auto oder aus dem anfliegenden Flugzeug – besonders stark wirkt. Kein Zufall also, dass genau dieses Werk für den Flughafen-Tower ausgewählt wurde.

Geheimtipp: Das Vasarely-Fundament in Aix-en-Provence

Wer Vasarely wirklich verstehen möchte, dem sei neben Colmar ein weiterer, oft übersehener Ort empfohlen: die Fondation Vasarely in Aix-en-Provence. Das 1976 vom Künstler selbst eröffnete Gebäude ist ein sechseckiges Gesamtkunstwerk – Architektur und Kunst verschmelzen hier zu einem einzigen Erlebnis. Die Fondation war lange Zeit aufgrund von Renovierungsarbeiten und Rechtsstreitigkeiten kaum zugänglich und ist selbst unter Kunstliebhabern noch immer ein echter Insider-Tipp.

Das Musée Unterlinden in Colmar: Viel mehr als der Isenheimer Altar

Das Musée Unterlinden in Colmar ist das meistbesuchte Kunstmuseum Frankreichs außerhalb von Paris – und trotzdem erstaunlich häufig unterschätzt. Die meisten Besucher kommen wegen des weltberühmten Isenheimer Altars von Matthias Grünewald (entstanden um 1512–1516), einem der erschütterndsten Gemälde der abendländischen Kunstgeschichte. Doch das Museum hat weitaus mehr zu bieten.

Was das Musée Unterlinden wirklich einzigartig macht

  • Rund 7.000 Jahre Kunstgeschichte unter einem Dach – von prähistorischen Funden aus dem Elsass bis zu Gegenwartskunst
  • Der Badstub-Erweiterungsbau (eröffnet 2016, Architekt: Herzog & de Meuron): Ein unterirdischer Verbindungsgang verbindet das historische Dominikanerinnenkloster mit dem ehemaligen Hallenbad von Colmar – diese architektonische Lösung ist für sich allein eine Reise wert
  • Werke von Picasso, Léger und Braque hängen hier weitgehend ohne Menschenmassen – ein Luxus, den man in Paris vergeblich sucht
  • Eine bedeutende Sammlung elsässischer Volkskunst und Goldschmiedearbeiten, die kaum ein Reiseführer erwähnt
  • Das Museum ist in einem gotischen Kreuzgang untergebracht – allein dieser Ort ist von stiller, fast meditativer Schönheit

Geheimtipp: Die versteckten Details des Isenheimer Altars

Der Isenheimer Altar ist ein Polyptychon – er besteht aus mehreren Flügeln, die sich öffnen und schließen lassen. Die meisten Besucher sehen ihn in der bekanntesten Ansicht mit der Kreuzigung. Weniger bekannt: In der zweiten Öffnung erscheint eine leuchtend farbenfrohe Verkündigung und Auferstehung, die in ihrer Strahlkraft fast surreal wirkt – ein visueller Schock nach der Düsternis der Kreuzigungsdarstellung. Nehmen Sie sich die Zeit für alle drei Ansichten und besuchen Sie das Museum am besten direkt nach der Eröffnung um 9 Uhr, wenn die Besucherzahlen noch gering sind.

Kommende Ausstellung 2026: „Conversation(s)“ im Musée Unterlinden

Wer plant, in der zweiten Jahreshälfte 2026 in die Region zu reisen, sollte sich einen Termin vormerken: Vom 26. Juni bis 7. Dezember 2026 zeigt das Musée Unterlinden die Ausstellung „Conversation(s)“. Das Konzept ist so einfach wie ambitioniert: Meisterwerke mittelalterlicher Kunst werden in einen direkten Dialog mit modernen und zeitgenössischen Positionen gebracht – ein Ansatz, der zeigt, wie wenig Jahrhunderte trennen, wenn es um existenzielle menschliche Fragen geht.

DetailInformation
AusstellungstitelConversation(s)
Zeitraum26. Juni – 7. Dezember 2026
OrtMusée Unterlinden, Colmar (Frankreich)
ThemaDialog zwischen mittelalterlicher und zeitgenössischer Kunst
Entfernung EuroAirport BSLca. 25 km (ca. 25 Min. mit dem Auto)

Der EuroAirport als Kulturplattform im Dreiländereck

Die Entscheidung des EuroAirports, seine Towerfläche für Kunst zu nutzen, ist kein Einzelfall. Das Dreiländereck Deutschland–Frankreich–Schweiz ist eine der kulturell dichtesten Regionen Europas, und der Flughafen versteht sich als verbindendes Element. Mit dem Vasarely-Plakat gelingt es, ein internationales Publikum – darunter Geschäftsreisende, Touristen und Transitpassagiere aus aller Welt – für eine Region zu sensibilisieren, die weit mehr bietet als Weinberge und Weihnachtsmärkte.

Beteiligt an der Kooperation sind auf Seiten des Musée Unterlinden Raphaël Mariani (Direktor ad interim) sowie Thierry Cahn als Präsident der Société Schongauer, dem Trägerverein des Museums. Auf Flughafenseite stehen CEO Tobias Markert und Manuela Witzig (Head of Communications and Public Affairs) hinter dem Projekt.

Parken am EuroAirport Basel: Entspannt starten, Kultur genießen 🚗

Wer den EuroAirport Basel nutzt und vielleicht sogar einen Abstecher nach Colmar ins Musée Unterlinden plant, sollte das Thema Parken vorab in Ruhe klären. Mit einem zuverlässig gebuchten Parkplatz können Sie Ihren Kulturausflug stressfrei genießen – ohne Parkplatzsuche und mit garantiertem Transfer zum Terminal. Hier sind drei empfehlenswerte Optionen im Überblick:

Adopark Parkplatz Basel

  • ✔ Offener, bewachter Parkplatz in Bartenheim (Frankreich), nur ca. 5 Minuten vom Terminal entfernt
  • ✔ Shuttle-Service von 04:00 bis 24:00 Uhr inklusive
  • ✔ Eingezäunt, beleuchtet, videoüberwacht – keine Schlüsselabgabe erforderlich
  • ✔ Preis: ab 55 € für 7 Tage / 104 € für 14 Tage

Airport Hotel Basel Tiefgarage

  • ✔ Gesicherte Tiefgarage direkt in Flughafennähe auf Schweizer Seite
  • ✔ 24-Stunden-Besetzung, Videoüberwachung, Schrankensystem
  • ✔ Transfer per öffentlichem Nahverkehr (ca. 7 Min.) – ideal für preisbewusste Reisende mit ÖPNV-Affinität
  • ✔ Preis: ab 100 € für 7 Tage / 170 € für 14 Tage

Hotel Ibis Mulhouse Basel Airport Tiefgarage

  • ✔ Überdachte Tiefgarage in Saint-Louis (Frankreich), nur 8 Minuten vom Terminal entfernt
  • ✔ Shuttle-Service von 04:00 bis 24:00 Uhr im Preis enthalten
  • ✔ Rund um die Uhr besetzt, eingezäunt und videoüberwacht – keine Schlüsselabgabe
  • ✔ Preis: ab 85 € für 7 Tage / 120 € für 14 Tage

Alle Parkoptionen am EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg finden Sie in der Übersicht auf unserer Seite Parken Flughafen Basel.

Op Art, Kinetik und Vasarely: Das Wichtigste für Kunsteinsteiger kurz erklärt

Das Vasarely-Towerplakat am EuroAirport ist ein perfekter Einstieg, um sich mit zwei Kunstbewegungen vertraut zu machen, die in ihrer Wirkung bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben. Wer das Musée Unterlinden besucht oder die Ausstellungen tiefer verstehen möchte, findet hier die wesentlichen Fachbegriffe erläutert.

Op Art (Optische Kunst)

Der Begriff Op Art – kurz für Optical Art – bezeichnet eine abstrakte Kunstrichtung, die in den 1960er-Jahren ihren Höhepunkt erlebte und bis heute nachwirkt. Ihre zentrales Merkmal: Sie erzeugt bewusst visuelle Wahrnehmungsphänomene beim Betrachter – Flimmern, Bewegung, Tiefenwirkung oder Farbveränderungen, die rein physiologischer Natur sind. Das Auge bzw. das visuelle System des Gehirns wird durch präzise angeordnete Muster, Kontraste und Farbabfolgen so gereizt, dass es Dinge „sieht“, die im physischen Bild nicht vorhanden sind. Op Art ist keine Illusion im trivialen Sinne – sie ist eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit der menschlichen Wahrnehmung. Neben Vasarely zählen Bridget Riley (Großbritannien) und Richard Anuszkiewicz (USA) zu den bekanntesten Vertretern.

Kinetische Kunst

Die kinetische Kunst (von griechisch kinein – bewegen) umfasst Kunstwerke, die entweder tatsächlich mechanisch bewegt werden oder – und das ist der entscheidende Punkt bei Vasarely – eine Bewegung lediglich suggerieren. Man unterscheidet daher zwischen „echter“ kinetischer Kunst mit beweglichen Teilen (z. B. Mobiles von Alexander Calder) und der virtuellen Kinetik, bei der statische Bilder durch ihre Komposition einen Bewegungseindruck erzeugen. Vasarely gehört der zweiten Kategorie an: Seine Bilder bewegen sich nicht – und trotzdem scheinen sie zu pulsieren, zu wölben und zu atmen. Dieser Effekt beruht auf der Reaktion des menschlichen Sehsystems auf rhythmische Musterwiederholungen mit gezielten Abweichungen.

Polyptychon

Ein Polyptychon (von griechisch poly – viel, und ptychon – Falte) bezeichnet ein mehrteiliges Tafelbild oder Altarretabel, dessen einzelne Teile durch Scharniere verbunden und aufklappbar sind. Der Isenheimer Altar im Musée Unterlinden ist das berühmteste erhaltene Beispiel: Er lässt sich in drei verschiedene Ansichten aufklappen und zeigt je nach Öffnungsgrad völlig unterschiedliche Bildprogramme – von der düsteren Kreuzigung über die strahlende Auferstehung bis zur plastischen Schnitzerei im Inneren. Solche mehrstufigen Altarwerke waren im Mittelalter liturgisch genau geplant: Bestimmte Ansichten wurden nur an bestimmten Feiertagen gezeigt.

Retabel

Als Retabel bezeichnet man den aufrecht stehenden, oft reich verzierten Aufbau hinter oder auf dem Altar einer Kirche. Der Begriff umfasst sowohl bemalte Tafeln als auch plastische Schnitzwerke und architektonische Rahmenkonstruktionen. Das Retabel diente als Bildprogramm für die Gemeinde – in einer Zeit, in der die meisten Menschen weder lesen noch schreiben konnten, erzählten diese Werke in Bildern von Heilsgeschichte, Heiligenleben und göttlichem Heilsversprechen. Der Isenheimer Altar ist ein Retabel der Sonderklasse: Er wurde speziell für die Kapelle des Antoniterordens in Isenheim (Elsass) geschaffen und enthält ikonografische Details, die direkt auf die dort behandelten Kranken – insbesondere an Ergotismus, dem sogenannten „Antoniusfeuer“ Erkrankte – ausgerichtet sind.


Artikel: Victor Vasarely am EuroAirport Basel: Wenn Kunst den Tower erobert
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