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Solo-Reise-Risikoindex: Warum Venezuela, Peru und Gabon vorn liegen

Veröffentlicht am: Ralf Zmölnig CEO u. CvD Park-Sleep-Fly
Bunte Fußgängerbrücke in Mérida, Venezuela mit roten, blauen und grünen Treppenabschnitten über einer Straße und Schattenmustern an einer weißen Mauer
Bunte Fußgängerbrücke in Mérida, Venezuela – kräftige Farben und markante Schatten.

Das Wichtigste auf einen Blick

Ein neuer 10-Punkte-Risikoindex des US-Reiseversicherungsvergleichers Squaremouth bewertet 113 Länder anhand von Kriminalität, Sicherheitsempfinden, politischer Stabilität, Gesundheitsversorgung, Infrastruktur und mobiler Internetgeschwindigkeit. An der Spitze der Risikoskala stehen Venezuela (9,74/10), Peru (8,87) und Gabon (8,51). Südamerikanische Länder stellen die Hälfte der zehn risikoreichsten Ziele. Am unteren Ende der Skala und damit besonders sicher: San Marino (0,78/10), Andorra (1,33) und Singapur (1,56), begleitet von einer starken europäischen Präsenz. Unter den beliebtesten Zielen versicherter US-Reisender rangiert Mexiko mit 7,82/10 auf Platz 16, obwohl es das meistgebuchte internationale Ziel ist. Eine Befragung von rund 3.000 US-Reisenden zeigt: 40 % nennen Kriminalität als Hauptsorge, aber nur 36 % würden vor einer Hochrisikoreise eine umfassende Reiseversicherung abschließen.

Die risikoreichsten Länder für Solo-Reisende im Überblick

Wer allein unterwegs ist, hat kein zweites Paar Augen dabei, keinen Reisepartner, der im Notfall die Sprache spricht, keine Rückfallebene, wenn das Handy leer ist. Genau an diesem Punkt setzt eine neue Analyse an: Der US-Reiseversicherungsvergleicher Squaremouth hat 113 Länder in einen selbst entwickelten 10-Punkte-Risikoindex für Solo-Reisende gepresst, und das Ergebnis liest sich anders als die üblichen Bauchgefühl-Listen. ✈

VENEZUELA Schriftzug aus blauen Holzbuchstaben auf braunem Holztisch
VENEZUELA aus blauen Holzbuchstaben auf Holzoberfläche angeordnet.

An der Spitze steht Venezuela mit einem Score von 9,74/10. Weniger als 10 % der Einwohnerinnen und Einwohner geben an, sich nachts allein auf der Straße sicher zu fühlen. Kombiniert mit weitverbreiteter Gewaltkriminalität, eingeschränkter medizinischer Versorgung und Infrastrukturproblemen ergibt das den höchsten Wert der gesamten Studie.

Luftaufnahme des neoklassizistischen Gerichtsgebäudes Palacio de Justicia in Lima mit breiter Treppe, umliegenden Straßen, Verkehr und Stadtpanorama
Prächtiges Justizpalast-Gebäude mit weitem Treppenaufgang im Herzen von Lima.

Peru folgt auf Rang 2 mit 8,87/10: Nur rund ein Viertel der Bevölkerung fühlt sich nachts sicher, fast 60 % befürchten einen Überfall. Dazu kommt eine im internationalen Vergleich niedrige mobile Internetgeschwindigkeit, die im Ernstfall die Kommunikation mit Familie oder Notdiensten ausbremst.

Auf Platz 3 landet Gabon in Zentralafriak mit einem Risikoindex von 8,51/10. Ausschlaggebend ist hier weniger die Kriminalität als die Gesundheitsversorgung: Der Healthcare-Index-Wert von 31,5/100 ist der niedrigste der gesamten Analyse, gerechnet wird mit durchschnittlich rund 2 Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Außerhalb der großen Städte dünnt das Netz weiter aus. Auffällig auf der Gesamtliste: Fünf der zehn risikoreichsten Länder liegen in Südamerika, ein Kontinent, der bei Bauchgefühl-Rankings oft nur mit einzelnen Krisenstaaten verbunden wird, in der datenbasierten Betrachtung aber deutlich breiter aufschlägt.

Für Venezuela kommt ein Sonderaspekt hinzu, den viele erst im Ernstfall bemerken: Militärische Aktionen oder behördlich angeordnete Luftraumsperrungen sind in Standard-Reiseversicherungen häufig ausgeschlossen. Wer sich hier absichern will, kommt an Zusatzbausteinen wie Cancel For Any Reason oder Interruption For Any Reason nicht vorbei. Sie greifen dort, wo klassische Storno- und Abbruchleistungen enden.

  1. Venezuela – Risikoindex 9,74/10
  2. Peru – Risikoindex 8,87/10
  3. Gabon – Risikoindex 8,51/10
  4. Kolumbien – Risikoindex 8,38/10
  5. Bolivien – Risikoindex 8,37/10
  6. Jamaika – Risikoindex 8,27/10
  7. Guyana – Risikoindex 8,21/10
  8. Ecuador – Risikoindex 8,12/10
  9. Trinidad und Tobago – Risikoindex 8,11/10
  10. Südafrika – Risikoindex 8,04/10

Die sichersten Länder für Solo-Reisende: San Marino, Andorra und Singapur vorn

Nächtliche Skyline von Singapur mit beleuchteten Wolkenkratzern an der Marina Bay
Glitzernde Skyline von Singapur bei Nacht – moderne Architektur am Wasser.

Am anderen Ende der Skala tauchen Namen auf, die viele beim Solo-Reisen nicht sofort auf dem Schirm haben. San Marino, jener winzige Staat mitten in Italien, erreicht den niedrigsten Risikoindex der gesamten Analyse: 0,78/10 und damit Rang 113 von 113. Rund 90 % der Bevölkerung geben an, sich nachts allein sicher zu fühlen, das ist ein Wert, der eher an eine Nachbarschaft erinnert als an ein ganzes Land. Dazu kommen ein starker Wert bei der Gesundheitsversorgung und geringe Umweltrisiken.

Andorra folgt mit 1,33/10 auf Rang 112. Weniger als 14 % der Einwohnerinnen und Einwohner befürchten überhaupt, überfallen zu werden, ein Wert, der in vielen Großstädten unerreichbar ist. Singapur komplettiert die Top 3 der sichersten Ziele mit 1,56/10: Über 75 % der Bevölkerung fühlen sich nachts sicher, dazu kommen eine international respektierte Gesundheitsversorgung und eine Infrastruktur, die im wörtlichen Sinne rund läuft, vom Flughafen Changi bis zum MRT.

Auffällig ist die europäische Dominanz auf der Liste. Neben San Marino und Andorra stehen Österreich (1,74), Tschechien (1,77), Estland (1,84), Dänemark (1,90) und Slowenien (1,92) in den Top 10. Aus dem nicht-europäischen Raum schaffen es nur Singapur, Katar (1,84) und Brunei (1,85) unter die zehn sichersten Solo-Reiseziele. Wer bewusst mit niedrigem Risikoprofil planen will, hat also vor der Haustür mehr Auswahl als angenommen, viele dieser Länder sind ab deutschen Flughäfen in wenigen Stunden erreichbar. 🅿 Wer für den Hin- oder Rückflug spät oder früh unterwegs ist, für den lohnt sich ohnehin die Kombination aus Anreise am Vorabend, entspanntem Abendessen und einem Hotel mit Parken am Flughafen, damit der Reisetag nicht schon beim Aufstehen ins Wanken gerät.

  1. San Marino – Risikoindex 0,78/10
  2. Andorra – Risikoindex 1,33/10
  3. Singapur – Risikoindex 1,56/10
  4. Österreich – Risikoindex 1,74/10
  5. Tschechien – Risikoindex 1,77/10
  6. Katar – Risikoindex 1,84/10
  7. Estland – Risikoindex 1,84/10
  8. Brunei – Risikoindex 1,85/10
  9. Dänemark – Risikoindex 1,90/10
  10. Slowenien – Risikoindex 1,92/10
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Beliebte Reiseziele im Risikocheck: Mexiko, USA und Bahamas im mittleren Bereich

Zwischen den Extremen liegt das, was die meisten von uns tatsächlich buchen. Squaremouth hat die zehn beliebtesten Ziele seiner Kundschaft mit dem Risikoindex abgeglichen, und keines dieser Länder taucht in einer der beiden Extremlisten auf. Sie liegen alle irgendwo im Mittelfeld, meist zwischen dem 30. und 50. Perzentil aller bewerteten Länder.

BeliebtheitZiellandRisikoindex /10Gesamtrang /113
1USA6,0237
2Mexiko7,8216
3Italien5,5245
4Bahamas7,5619
5Vereinigtes Königreich5,6442
6Japan2,6495
7Frankreich5,4448
8Spanien4,1771
9Israel4,4668
10Kanada5,1057
Risikoindex der 10 beliebtesten Reiseziele der Squaremouth-Nutzer

Mexiko ist das eindrücklichste Beispiel für die Lücke zwischen Beliebtheit und Risiko: Es ist das meistgebuchte internationale Ziel der befragten Reisenden und rangiert gleichzeitig mit einem Score von 7,82/10 auf Platz 16 der risikoreichsten Länder. Getrieben wird der Wert vor allem von Sicherheitsindikatoren, kaum von der Gesundheitsversorgung. Und: Das Risiko ist stark regional geprägt, offizielle US-Reisehinweise unterscheiden nach Bundesstaaten. Yucatán fühlt sich anders an als Tamaulipas.

Die Bahamas landen mit 7,56/10 auf Rang 19. Neben Sicherheitsaspekten fließen hier vor allem strukturelle Grenzen der medizinischen Versorgung außerhalb der großen Zentren ein, klassische Insel-Realität. Evakuierungen sind aufwendig und teuer. Die USA selbst landen bei 6,02/10 auf Rang 37: starke Gesundheitsversorgung, aber erhöhte Sicherheitsbedenken und deutliche regionale Unterschiede in Infrastruktur und Service-Zugang.

Positiver Ausreißer im Feld der beliebten Ziele: Japan mit 2,64/10 und Rang 95 von 113, das sicherste Land unter den Top-10-Reisezielen. Klassiker wie Italien (5,52 / Rang 45), Frankreich (5,44 / 48), Vereinigtes Königreich (5,64 / 42), Kanada (5,10 / 57), Israel (4,46 / 68) und Spanien (4,17 / 71) liegen in einem eher unaufgeregten Mittelfeld, was Bauchgefühl und Datenlage bei diesen Ländern meist gut zur Deckung bringt.

Was Solo-Reisende wirklich fürchten: Ergebnisse einer Umfrage unter knapp 3.000 US-Reisenden

Parallel zum Risikoindex hat Squaremouth knapp 3.000 US-amerikanische Reisende zu ihrer Einstellung gegenüber Hochrisikoreisen befragt. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick klar: 40 % nennen Kriminalität als Hauptsorge, dicht gefolgt von 37,2 %, die politische Unruhen am meisten fürchten. Gesundheitliche Risiken landen mit 12,2 % weit dahinter, obwohl gerade diese im Ausland oft die teuersten Folgen haben.

Beim Informationsverhalten geben sich die Befragten diszipliniert: 90 % prüfen vor einer Reise in ein Hochrisikogebiet die offiziellen Regierungsreisehinweise. Beim Absicherungsverhalten sieht es dann ganz anders aus: Nur 36 % würden vor einer solchen Reise eine umfassende Reiseversicherung abschließen. Rund zwei Drittel sind damit potenziell ohne belastbaren Schutz unterwegs, in Ländern, in denen im Notfall jede Rechnung und jeder Behördenkontakt durchaus multiplen Aufwand verursachen kann, persönlich wie monetär.

Interessant ist auch, warum überhaupt in riskante Regionen gereist wird. 33,2 % geben Besuche bei Freunden oder Verwandten an, das sind klassische VFR-Reisen. Weitere 24,8 % reisen beruflich. In beiden Gruppen ist das Ziel nicht frei wählbar, das Sicherheitsgefühl wird eher aus dem lokalen Netzwerk gespeist als aus objektiven Kennzahlen. Das erklärt zu einem Teil, warum die Versicherungsquote so niedrig ist, entschärft aber das eigentliche Risiko nicht.

So wurde der Risikoindex berechnet: Methodik und Datenquellen

Damit die Zahlen einordbar bleiben, lohnt ein Blick unter die Motorhaube. Der Solo-Reise-Risikoindex kombiniert acht Faktoren, die jeweils normiert auf eine 10-Punkte-Skala gebracht und anschließend gemittelt werden. Länder, denen bei mehr als zwei Faktoren Daten fehlen, wurden aus der Auswertung ausgeschlossen. Einbezogen sind ausschließlich Staaten mit hohem oder sehr hohem Human Development Index (HDI) laut UNDP Human Development Report. Am Ende bleiben 113 Länder in der Wertung.

  • Anteil der Bevölkerung, der einen Überfall befürchtet (Numbeo)
  • Anteil der Bevölkerung, der sich nachts allein sicher fühlt (Numbeo)
  • Safety-Index-Score aus 100 Punkten (Numbeo)
  • Global Peace Index (Vision of Humanity, höherer Wert = weniger friedlich)
  • Healthcare-Index-Score aus 100 Punkten (Numbeo)
  • Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner (Weltbank)
  • WorldRiskIndex (höherer Wert = mehr Risiko)
  • Mediane mobile Internetdownloadgeschwindigkeit (Speedtest Global Index)

Die Aufnahme der mobilen Internetgeschwindigkeit ist ein interessanter Twist, sie bildet ab, was Solo-Reisen heute wirklich prägt: Wer im Notfall keine Verbindung bekommt, kann weder eine Botschaft anrufen noch eine App zur Übersetzung nutzen. Der WorldRiskIndex wiederum bündelt die Exposition gegenüber Naturkatastrophen mit der gesellschaftlichen Bewältigungskapazität, ein Land mit Erdbebenrisiko und starken Institutionen schneidet also besser ab als eines mit ähnlichem Risiko, aber schwacher Infrastruktur. Weitere Hintergründe rund um Flugreisen und Reiseplanung findest du in der Kategorie Allg. News zu Airlines, Flugverkehr und mehr.

Praktische Schutzmaßnahmen für Solo-Reisende in risikoreiche Länder

Aus den Daten lässt sich mehr ableiten als eine Bucket-Liste. Wer solo in ein Land mit erhöhtem Risikoprofil aufbricht, sollte sich vor der Buchung ein paar handfeste Fragen stellen. Passt die Reiseversicherung zu Route, geplanten Aktivitäten und den konkreten Risiken des Ziellandes? Deckt sie medizinische Notfälle in ausreichender Höhe ab? Und was gilt, wenn die Regierung ihren Reisehinweis kurz vor Abflug hochstuft?

Ein wichtiger Punkt für Reisen mit US-Bezug, aber sinngemäß auch für deutsche Reisende relevant: Bei einem aktiven Reisehinweis der Stufe 3 oder höher schließen viele Policen bestimmte Leistungen für genau die dort genannten Risiken aus, sofern die Buchung erst nach Ausgabe des Hinweises erfolgt ist. Wer früher gebucht hat, hat oft mehr Schutz. Für Szenarien wie militärische Aktionen oder Luftraumsperrungen, die bei Venezuela ausdrücklich thematisiert werden, sind die Zusatzbausteine Cancel For Any Reason (CFAR) und Interruption For Any Reason (IFAR) der einzige realistische Weg zu einer zumindest teilweisen Erstattung.

Nicht zu unterschätzen: Reisehinweise können sich jederzeit ändern. Wer während der Reise ein Upgrade des Advisory bemerkt, sollte umgehend Kontakt zum Versicherer aufnehmen, um zu klären, welche Deckung noch greift. Für US-Reisende kommt ein struktureller Aspekt dazu: Die heimische Krankenversicherung greift im Ausland in der Regel nicht, hier ersetzt die Reiseversicherung das Sicherheitsnetz komplett. Und wer solo unterwegs ist, sollte die Notfallnummer der 24/7-Assistenz vorab im Handy speichern, offline verfügbar und nicht erst dann, wenn das Netz weg ist.

Was diese Risikobewertungen für die Reiseplanung bedeuten könnten

Spannend wird die Analyse dort, wo sie über Momentaufnahmen hinausweist. Dass Mexiko (Rang 16) und die Bahamas (Rang 19) trotz erhöhter Risikowerte zu den beliebtesten internationalen Zielen zählen, dürfte den Bedarf an spezialisierten Reiseversicherungen für Solo-Reisende weiter erhöhen, gerade weil nur 36 % der Befragten ohnehin eine umfassende Police abschließen würden. Diese Lücke ist ein Marktsignal, das kaum zu übersehen ist.

Gleichzeitig könnten Ziele wie Japan (2,64/10, Rang 95) oder Spanien (4,17/10, Rang 71) von einem wachsenden Sicherheitsbewusstsein profitieren. Sie bieten das, was viele Solo-Reisende suchen: kulturelle Tiefe, funktionierende Infrastruktur, niedrige Risikowerte, und trotzdem eine echte Reise, kein Kokon. Für die Reiseplanung heißt das nicht, Hochrisikoziele grundsätzlich zu meiden, sondern sie bewusst zu wählen. VFR-Reisen (33,2 %) und Geschäftsreisen (24,8 %) machen einen erheblichen Anteil der Reisen in risikoreiche Regionen aus, hier lässt sich das Ziel nicht einfach austauschen. Wohl aber die Vorbereitung.

Und ganz nebenbei: Wer sich vor einem Frühflug in ein anspruchsvolles Zielland ohnehin schon den Kopf zerbricht, sollte den Reisetag nicht mit Stau, Weckerpanik und Parkplatzsuche einleiten. Anreise am Vorabend, ein ordentliches Abendessen, in einem Hotel nahe dem Flughafen normal schlafen und morgens ohne Hektik zum Gate gehen, das ist der bessere Startpunkt, egal ob das Ziel San Marino heißt oder ganz anders. Wer dabei auch das Auto sicher abstellen will, findet Optionen zum Parken am Flughafen direkt für den Abflugort. 🛫

Solo reisen mit offenen Augen: Risikowissen als Reisebegleiter

Die Analyse macht deutlich, dass Sicherheit beim Solo-Reisen kein Schwarzweißbild ist. Länder wie Venezuela und Gabon tragen messbar höhere Risiken, aber auch beliebte Ziele wie Mexiko oder die Bahamas haben Facetten, die eine gründliche Vorbereitung verlangen. Wer allein aufbricht, übernimmt die Verantwortung für die eigene Absicherung ein Stück weit selbst: mit dem Blick in aktuelle Reisehinweise, mit einer Reiseversicherung, die zur Route passt, und mit dem Bewusstsein, dass die Buchung nicht das Ende der Vorbereitung ist. Gleichzeitig zeigt die Rangliste, dass es gerade in Europa eine überraschend große Zahl sehr sicherer Solo-Ziele gibt, von Österreich über Tschechien bis Dänemark und Slowenien. Risikowissen ersetzt keine Versicherung. Aber es ist die Grundlage jeder informierten Reiseentscheidung, und der Unterschied zwischen einer Reise, die dich prägt, und einer, die dich einholt.

Mitreden

Hast du schon einmal solo in ein Land gereist, das als risikoreicher gilt, und wie hast du dich dabei abgesichert? Schreib mir’s, ich antworte gerne.

Häufige Fragen zum Solo-Reiserisikoindex

Welches Land hat den höchsten Solo-Reiserisiko-Index?

Venezuela führt die Rangliste mit einem Risikoindex von 9,74/10 an. Weniger als 10 % der Einwohnerinnen und Einwohner fühlen sich nachts allein auf der Straße sicher. Hinzu kommen eingeschränkte Gesundheitsversorgung und Infrastrukturprobleme.

Welches Land ist laut der Analyse am sichersten für Solo-Reisende?

San Marino erreicht mit einem Risikoindex von 0,78/10 den niedrigsten Wert aller 113 analysierten Länder. Rund 90 % der Bevölkerung berichten, sich nachts sicher zu fühlen.

Wie wurde der 10-Punkte-Risikoindex berechnet?

Der Index basiert auf acht normierten Faktoren, die gemittelt wurden: Kriminalitätswahrnehmung, Sicherheitsempfinden nachts, Safety-Index, Global Peace Index, Healthcare-Index, Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner, WorldRiskIndex und mobile Internetdownloadgeschwindigkeit. Einbezogen wurden nur Länder mit hohem oder sehr hohem HDI laut UNDP. Insgesamt flossen 113 Länder in die Wertung ein.

Was bedeutet Cancel For Any Reason (CFAR) bei der Reiseversicherung?

CFAR ist eine optionale Zusatzdeckung, die eine teilweise Reisekostenerstattung ermöglicht, auch wenn der Stornierungsgrund nicht unter den Standardleistungen der Police abgedeckt ist, etwa bei militärischen Aktionen oder Luftraumsperrungen, wie sie für Venezuela relevant sein können.

Warum ist Mexiko trotz hohem Risikoindex das meistbesuchte internationale Ziel?

Mexiko belegt Rang 16 von 113 im Risikoindex mit einem Score von 7,82/10, ist aber gleichzeitig das meistgebuchte internationale Ziel der analysierten Reisenden. Das Risiko ist stark regional geprägt und variiert je nach Bundesstaat erheblich. Hohe Vorauszahlungen für Flüge und Hotels in Verbindung mit erhöhten Sicherheitsrisiken erklären zudem die hohe Nachfrage nach Reiseversicherungen für Mexiko-Reisen.

Stand: Juli 2026


Artikel: Solo-Reise-Risikoindex: Warum Venezuela, Peru und Gabon vorn liegen
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