Deutsche Bank investiert in 1.600 Tonnen SAF bei der Lufthansa Group: Was der Deal für Firmenreisen bedeutet
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
Am 2. Juli 2026 haben die Lufthansa Group und die Deutsche Bank in Frankfurt ihre Nachhaltigkeitspartnerschaft ausgebaut: Die Deutsche Bank investiert in rund 1.600 Tonnen Sustainable Aviation Fuel (SAF), das ergibt eine geschätzte Einsparung von rund 5.500 Tonnen CO₂ gegenüber fossilem Kerosin. Zum Größenvergleich: Das entspricht in etwa den Emissionen von 520 Flügen zwischen Frankfurt und London mit einem Airbus A320neo. 2025 haben weltweit rund 1.700 Firmen bei der Lufthansa Group in SAF investiert, die verkaufte SAF-Menge wurde im selben Jahr in verschiedenen Angebotsformaten mehr als verdoppelt. Seit Oktober 2025 verbindet beide Häuser zusätzlich die gemeinsame Lufthansa Miles & More Credit Card. ✈
Deutsche Bank und Lufthansa Group: 1.600 Tonnen SAF als Nachhaltigkeitssignal
Wer die Diskussion um klimaverträglicheres Fliegen verfolgt, kennt das Muster: Große Ankündigungen, kleine Volumina. Diesmal fällt der Rahmen anders aus. In Frankfurt haben die Lufthansa Group und die Deutsche Bank am 2. Juli 2026 eine Vereinbarung bekannt gegeben, die im Geschäftsreisesegment als Referenzgröße taugt. Die Deutsche Bank erwirbt bei der Lufthansa Group rund 1.600 Tonnen Sustainable Aviation Fuel, kurz SAF. Das ist keine symbolische Menge, sondern eine, mit der sich rechnen lässt.
Die geschätzte Emissionseinsparung liegt bei rund 5.500 Tonnen CO₂ gegenüber konventionellem Kerosin. Um diese Zahl greifbar zu machen, liefert die Lufthansa Group einen anschaulichen Vergleich mit: Das Volumen entspricht in etwa den CO₂-Emissionen von 520 Flügen zwischen Frankfurt und London, geflogen mit einem Airbus A320neo. Wer schon einmal die Rotation FRA nach LHR gebucht hat, kann sich das Ausmaß gut vorstellen.
Interessant ist der strategische Rahmen. Die Deutsche Bank verfolgt das Ziel, ihre CO₂-Emissionen entlang der Lieferkette bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2019 nahezu zu halbieren. Geschäftsreisen sind dabei ein spürbarer Posten. Der SAF-Deal ist deshalb kein isoliertes Klimaprojekt, sondern Teil einer Roadmap. Die Partnerschaft der beiden Unternehmen wächst ohnehin über mehrere Kanäle: Seit Oktober 2025 gibt die Deutsche Bank die Lufthansa Miles & More Credit Card heraus. Der SAF-Baustein ergänzt diese Kooperation um eine ökologische Dimension mit messbaren Kennzahlen.
Was ist SAF? Hintergrund zum nachhaltigen Flugkraftstoff
SAF steht für Sustainable Aviation Fuel und ist technisch ein sogenannter Drop-in-Kraftstoff. Übersetzt heißt das: Er ist mit fossilem Kerosin kompatibel und lässt sich direkt beimischen, ohne dass Flugzeuge, Triebwerke oder Tankinfrastruktur umgerüstet werden müssten. Diese Eigenschaft ist entscheidend, denn sie erlaubt einen schrittweisen Hochlauf ohne technologischen Bruch.
Ökobilanziell zählt der gesamte Lebenszyklus, nicht nur die Verbrennung im Triebwerk. Das von der Lufthansa Group eingesetzte SAF stammt aus biogenen Reststoffen und weist im Jahresmittel einen um mindestens 80 Prozent reduzierten CO₂-Fußabdruck gegenüber fossilem Kerosin aus fossilem Rohöl auf. Ein zweites Detail ist für Reisende und Nachhaltigkeitsverantwortliche wichtig zu verstehen: Wenn ein Unternehmen oder eine Privatperson SAF bucht, wird der konkret genutzte Flug damit nicht individuell betankt. Die Investition wirkt stattdessen netzweit und stützt den übergreifenden SAF-Einsatz im gesamten Streckennetz der Lufthansa Group.
Damit die Zusage belastbar bleibt, ist eine Fristzusage hinterlegt. Die Lufthansa Group stellt sicher, dass die erworbene SAF-Menge binnen sechs Monaten nach Kauf in der Flughafeninfrastruktur eingespeist wird. Regulatorisch ist der Rahmen ebenfalls sortiert: Teile des eingesetzten förderfähigen SAF wurden über das EU-Emissionshandelssystem, kurz EU-ETS, kofinanziert. Das über Kundenprogramme finanzierte SAF-Volumen wird zusätzlich zu den ohnehin verpflichtenden SAF-Quoten erworben, also nicht auf die gesetzliche Beimischungspflicht angerechnet. Das ist die entscheidende Zusatzleistung, die eine solche Buchung erst zu einem echten Klimahebel macht.
SAF-Angebote der Lufthansa Group für Firmenkunden im Überblick
Für Unternehmen, die den Deal der Deutschen Bank als Blaupause nutzen wollen, führen mehrere Wege zum Ziel. Die Lufthansa Group bündelt ihre Firmenkundenprodukte in drei zentralen Bausteinen, die sich in Volumen, Zielgruppe und Nachweislogik unterscheiden.
Der Einstieg beginnt bei den SAF-Bulk-Deals: Ab einer Investition von 2.000 Euro erhalten Unternehmen ein Scope-3-Zertifikat zur CO₂-Einsparung nach dem Greenhouse Gas Protocol Standard. Scope-3-Emissionen bezeichnen dabei die indirekten Treibhausgasemissionen entlang der Lieferkette eines Unternehmens, also genau die Kategorie, in die Geschäftsreisen bilanziell fallen. Für Logistikunternehmen bietet Lufthansa Cargo eigene SAF-Bulk-Deals ab einer Abnahmemenge von 100 Tonnen SAF an. Und wer SAF direkt in die Buchungsstrecke integrieren möchte, greift zum Sustainable Corporate Value Fare: Damit können Geschäftskunden durch den SAF-Einsatz eine Einsparung von bis zu 30 Prozent zukünftiger CO₂-Emissionen erzielen. Dass diese Produkte auf Resonanz stoßen, zeigt eine Zahl: 2025 haben weltweit rund 1.700 Firmen bei der Lufthansa Group in SAF investiert.
- SAF-Bulk-Deal (Passagierflug): ab 2.000 Euro Investition, Scope-3-Zertifikat nach Greenhouse Gas Protocol Standard
- SAF-Bulk-Deal Lufthansa Cargo: ab 100 Tonnen SAF für Logistikunternehmen
- Sustainable Corporate Value Fare: bis zu 30 Prozent CO₂-Einsparung für Geschäftskunden durch SAF-Einsatz
| Angebot | Mindestvolumen / -investition | Zielgruppe | Leistungsumfang |
|---|---|---|---|
| SAF-Bulk-Deal (Passagierflug) | 2.000 Euro | Alle Unternehmen | Scope-3-Zertifikat nach Greenhouse Gas Protocol Standard |
| SAF-Bulk-Deal Lufthansa Cargo | 100 Tonnen SAF | Logistikunternehmen | CO₂-Einsparung im Frachtsegment |
| Sustainable Corporate Value Fare | Pro Buchung | Geschäftskunden | Bis zu 30 Prozent CO₂-Einsparung zukünftiger Emissionen durch SAF |
Unterm Strich zeigt die Tabelle: Der Einstieg in zertifizierte SAF-Investitionen ist längst kein Milliarden-Thema mehr, sondern beginnt für Passagierflüge bei 2.000 Euro. Für Cargo und für Vielflieger im Business-Segment stehen daneben spezifische Wege bereit.
Wachsende SAF-Nachfrage: Marktentwicklung und Signalwirkung
Damit ein Deal wie der der Deutschen Bank wirklich etwas bewegt, braucht es Bewegung im Markt. Und die zeichnet sich in den Zahlen aus 2025 ab: Die von der Lufthansa Group verkaufte SAF-Menge konnte im vergangenen Jahr in verschiedenen Angebotsformaten mehr als verdoppelt werden. Auch auf der Passagierseite tut sich etwas: Mehr als 5 Prozent der Fluggäste der Lufthansa Group haben 2025 eine nachhaltigere Reiseoption gewählt, zum Beispiel den Green Fares Flugtarif. Das ist keine Randerscheinung mehr, sondern ein Segment mit messbarer Größe.
Spannend ist die Marktlogik dahinter. Der Chief Sustainability Officer der Deutschen Bank argumentiert, dass alternative Kraftstoffe nur dann konkurrenzfähig werden, wenn eine verlässliche Nachfrage existiert. Erst dann investieren Produzenten in den Kapazitätsausbau, erst dann sinken mittelfristig die Stückkosten. Ein Ankerkunde wie eine Großbank sendet damit ein Signal an die gesamte Produktionskette, nicht nur an die Fluggesellschaft. Das ist die eigentliche Nachricht hinter der Nachricht: 1.600 Tonnen SAF sind viel, aber sie wirken vor allem als Marktimpuls.
Die Lufthansa Group ordnet SAF strategisch in einen Fünf-Hebel-Ansatz ein: Kundenprogramme für nachhaltigeres Fliegen, Flottenmodernisierung, kontinuierliche Steigerung der Treibstoffeffizienz im Flugbetrieb, Einsatz von SAF und Ausbau der Intermodalität mit Rad, Bahn und Zubringerverkehr. Ergänzend engagiert sich die Lufthansa Group seit mehr als 30 Jahren aktiv in der weltweiten Klima- und Wetterforschung, ein Kontinuum, das oft übersehen wird, wenn nur über Einzelmaßnahmen gesprochen wird.
Was die Vereinbarung für Firmenkunden und Geschäftsreisende bedeutet
Wenn du für ein Unternehmen die Scope-3-Bilanz mitverantwortest oder Reiserichtlinien mitgestaltest, liefert die Deutsche-Bank-Vereinbarung eine praktische Orientierung. Sie zeigt, dass sich SAF-Investitionen in eine Nachhaltigkeitsstrategie einbetten lassen, deren Ziel eine nahezu halbierte Lieferketten-Bilanz bis 2030 ist. Für den eigenen Betrieb heißt das nicht, dass gleich Milliarden ins Rollen gebracht werden müssen. Der Einstieg über einen SAF-Bulk-Deal ab 2.000 Euro erlaubt schon einen zertifizierten Beitrag nach dem Greenhouse Gas Protocol Standard, dokumentierbar in der CSR- oder ESG-Berichterstattung.
Für Vielreisende im Geschäftsbereich ist der Sustainable Corporate Value Fare ein niederschwelliger Hebel, weil die SAF-Komponente direkt in die Buchung integriert ist und kein separates Volumen im Vorfeld ausgehandelt werden muss. Logistikunternehmen wiederum finden bei Lufthansa Cargo ab 100 Tonnen SAF den Weg in den Frachtbereich. Mittelfristig darf man vorsichtig optimistisch sein: Steigt die Zahl der Unternehmenspartner weiter von den bereits erreichten rund 1.700 Firmen im Jahr 2025 an, könnten Skaleneffekte die Produktionskosten senken und den Einstieg auch für kleinere Unternehmen erleichtern.
Und noch eine leise Beobachtung, die eher die Reiseerfahrung als das Emissionskonto betrifft: Wer eine mehrtägige Geschäftsreise oder einen Frühflug plant, hat mit Anreise am Vorabend, entspanntem Abendessen, normaler Nachtruhe in einem Hotel am oder nahe dem Flughafen und einem stressfreien Start am Morgen ohnehin einen strukturellen Vorteil. Ausgeruht in den Flug, ausgeruht ins Meeting oder in den Urlaub. Wer diesen Rahmen mit einer nachhaltigeren Tarifoption kombiniert, macht den Reisetag rund. Praktischerweise findest du im Bereich Hotel mit Parken am Flughafen und Parken am Flughafen die passenden Optionen für dieses Zusammenspiel. 🅿
Stimmen zur Vereinbarung
Vertreter beider Unternehmen ordnen die SAF-Investition und ihre strategische Bedeutung ein.
Die Entscheidung der Deutschen Bank, bei der Lufthansa Group den Einsatz von SAF in diesem Umfang zu unterstützen, ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass nachhaltigeres Fliegen im Geschäftsreisebereich immer bedeutsamer wird. Wir freuen uns, gemeinsam mit der Deutschen Bank einen Meilenstein zu setzen und zeigen damit, dass Unternehmen durch konkrete Investitionen in SAF einen messbaren Beitrag zur Reduzierung der Klimawirkung ihrer Reisetätigkeit leisten können.
Frank Naeve, Senior Vice President Global Sales and Distribution, Lufthansa Group, zur Vereinbarung über rund 1.600 Tonnen SAF
Sustainable Aviation Fuel ist für die Deutsche Bank ein wichtiges Instrument, um die CO₂-Emissionen entlang unserer Lieferkette bis 2030 gegenüber 2019 nahezu zu halbieren. Für uns ist es außerdem wichtig, ein Signal zu setzen: Nur wenn es eine verlässliche Nachfrage gibt, werden SAF-Produzenten in die Produktion investieren und alternative Kraftstoffe konkurrenzfähiger werden. Das ist ein wichtiger Teil unseres Gesamtkonzepts: Wir wollen bei unseren Geschäftsreisen CO₂-Emissionen verringern und die verbleibenden Emissionen soweit möglich kompensieren.
Jörg Eigendorf, Chief Sustainability Officer, Deutsche Bank, zur strategischen Motivation hinter der SAF-Investition
Messbarer Schritt auf dem Weg zur nachhaltigeren Luftfahrt

Die SAF-Vereinbarung zwischen Deutscher Bank und Lufthansa Group steht exemplarisch für eine Entwicklung, die längst nicht mehr symbolisch ist. Immer mehr Unternehmen binden die Klimawirkung ihrer Geschäftsreisen in ihre Nachhaltigkeitsstrategien ein und tun das mit zertifizierbarer Wirkung nach dem Greenhouse Gas Protocol Standard. Ob sich der SAF-Markt schnell genug skaliert, damit alternative Kraftstoffe wettbewerbsfähiger werden, hängt maßgeblich davon ab, wie viele weitere Unternehmen dem Beispiel folgen. Rund 1.700 Firmen im Jahr 2025 und eine mehr als verdoppelte SAF-Absatzmenge sind belastbare Indikatoren dafür, dass die Nachfrage Fahrt aufnimmt. Weitere Einordnungen zu Nachhaltigkeitsthemen rund um Fliegen und Reisen findest du in unserer Kategorie Allg. News zu Airlines, Flugverkehr und mehr.
Häufige Fragen zu SAF und der Lufthansa-Group-Investition
Was ist Sustainable Aviation Fuel (SAF) genau?
SAF ist ein sogenannter Drop-in-Kraftstoff, er lässt sich direkt mit fossilem Kerosin mischen, ohne dass Flugzeuge oder Infrastruktur umgerüstet werden müssen. Das von der Lufthansa Group eingesetzte SAF aus biogenen Reststoffen weist über den gesamten Lebenszyklus im Jahresmittel einen um mindestens 80 Prozent reduzierten CO₂-Fußabdruck gegenüber konventionellem Kerosin auf.
Wie groß ist die CO₂-Einsparung der Deutschen Bank durch die SAF-Investition?
Die Deutsche Bank investiert in rund 1.600 Tonnen SAF. Die geschätzte CO₂-Einsparung beträgt rund 5.500 Tonnen und entspricht in etwa den Emissionen von 520 Flügen zwischen Frankfurt (FRA) und London mit einem Airbus A320neo.
Ab welcher Investitionshöhe können Unternehmen bei der Lufthansa Group SAF erwerben?
Unternehmen können ab einer Investition von 2.000 Euro in SAF-Bulk-Deals einsteigen und erhalten dafür ein Scope-3-Zertifikat nach dem Greenhouse Gas Protocol Standard. Lufthansa Cargo bietet SAF-Bulk-Deals für Logistikunternehmen ab 100 Tonnen SAF an.
Was sind Scope-3-Emissionen im Kontext von Geschäftsreisen?
Scope-3-Emissionen bezeichnen indirekte Treibhausgasemissionen, die in der Lieferkette eines Unternehmens entstehen. Dazu zählen unter anderem Emissionen aus Geschäftsreisen. Ein SAF-Bulk-Deal bei der Lufthansa Group ermöglicht Unternehmen, diese Emissionen zertifiziert nach dem Greenhouse Gas Protocol Standard zu reduzieren.
Wird mein konkret gebuchter Flug mit SAF betankt, wenn ich eine nachhaltige Option buche?
Nein. Eine SAF-Buchung führt nicht zur individuellen Betankung des gebuchten Flugs. Sie unterstützt stattdessen den übergreifenden SAF-Einsatz im gesamten Streckennetz der Lufthansa Group. Die erworbene SAF-Menge wird von der Lufthansa Group garantiert binnen sechs Monaten nach Kauf in der Flughafeninfrastruktur eingespeist.
Stand: Juli 2026
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